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Einführung in die modernen Methoden der Gefügeanalyse für Ingenieure und Techniker

Anbieter: DGM - Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.
Vom 21.03.2017 bis 23.03.2017
Diese Weiterbildung richtet sich an alle Anwender der Gefügeanalyse in Qualitätskontrolle und Werkstoffentwicklung. Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse der Werkstoffkunde. Alle methodischen Grundlagen der Gefügeanalyse werden erarbeitet und praxisorientiert vermittelt. Bekanntlich bestimmt das Gefüge, d.h. die Mikro- und Nanostruktur und die auftretenden Defekte, die Eigenschaften eines Werkstoffes. Daher liegt für alle Hersteller und Verarbeiter der Hauptfokus auf der Steuerung und Qualitätskontrolle der Gefügeausbildung eines Werkstoffes in immer engeren Toleranzgrenzen. Die quantitative Gefügeanalyse ist dafür als Kontrollinstrument unverzichtbar. Neben dem Routineeinsatz der Lichtmikroskopie ist eine entscheidende Entwicklung auf diesem Gebiet die Kombination der etablierten Kontraste der Rasterelektronenmikroskopie (REM) mit dem fokussierten Ionenstrahl (FIB). Diese ermöglicht eine extrem sensitive Analyse bei gleichzeitig genauer Zielpräparation. Die Weiterbildung beginnt mit einer kurzen Einführung in die Grundlagen der digitalen Bildanalyse in 2D und deren sinnvolle Übertragung in 3D-Informationen. Behandelt wird das REM und TEM mit allen relevanten Kontrastverfahren sowie die FIB-Technik. Die Gefügetomographie zur chemischen und strukturellen 3D-Analyse in Mikro-, Nano- und atomaren Dimensionen, wie Serienschnitte und REM/FIB-Tomographie sowie die Atomsondentomographie werden praxisorientiert und am Gerät verdeutlicht. Abgerundet wird die Weiterbildung durch Vorträge von Experten zu den Möglichkeiten der angrenzenden Techniken wie Nano-SIMS und Röntgen-Computer-Tomographie.
Zusatztag individuelle Probenberatung: Gerne können eigene Proben mitgebracht und als optionaler Teil des Seminars am dritten Tag mit Experten-Unterstützung untersucht werden.
 

Kontaktdaten


Ansprechpartner:
Julia Graben & Isabella Rütt
Telefon:
+49-69-753-06-757

Details der Fortbildung


Bereich:
Sonstiges
Maximale Teilnehmerzahl:
18
Kosten:
1.200,- EURO inkl. MwSt. / DGM-Mitglieder 1.100,- EURO inkl. MwSt. / DGM-Nachwuchsmitglieder <30 550,- EURO inkl. MwSt.
Termin:
21.03.2017 - 23.03.2017
Anmeldeschluss:
21.03.2017
Dozent/Kursleitung:
Prof. Dr.-Ing. Frank Mücklich
Veranstaltungsort:
Saarbrücken

DGM - Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.



DGM – kompetenter und einflussreicher Partner der Werkstoff orientierten Fachwelt

"Die technisch-wissenschaftlichen Vereine sind die Garanten der fachlichen Kommunikation in einem zunehmend pluralistischen Umfeld".
Können wir diese Behauptung wagen angesichts der umfassenden personellen und materiellen Ausstattung der staatlichen Institutionen und privatwirtschaftlichen Dienstleistungsbetriebe in Forschung und Lehre? Können wir erwarten, dass die Vereine vor dem Hintergrund einer durchorganisierten Wissenschaftswelt als ernst zunehmende Plattform für die fachliche Kommunikation überhaupt noch eine Chance haben?

Die technisch-wissenschaftlichen Vereine verkörpern heute angesichts der zunehmenden Komplexität und Interdisziplinarität in den meisten Fachgebieten Kompetenz und Überschaubarkeit zugleich. Wie könnte es anders sein, dass sich namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Industrie für die Mitarbeit in den Vereinen zur Verfügung stellen? Die Vereine bieten das Forum, auf dem sich die unterschiedlichsten Interessengruppen zwischen Staat und Privatwirtschaft begegnen und miteinander, sei es informell, sei es öffentlich kommunizieren. Sie schaffen damit die Voraussetzung für die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis, ohne die Wissenstransfer schwerlich gelingt. Ihre Fachgremien bilden den vorwettbewerblichen Rahmen für die erfolgreiche Umsetzung der gemeinschaftlich erarbeiteten Forschungsergebnisse. In der öffentlichen und privaten Forschungsförderung wird die Empfehlung der Vereinsrepräsentanten vertrauensvoll gewürdigt. Wo könnten in diesen Zeiten des Umbruchs gerade auch Fragen der Ausbildung im institutionellen Vorfeld besser abgestimmt werden als auf der Ebene der Vereine?

Die Vereine tragen entscheidend dazu bei, die Identität der Fachgebiete immer wieder neu zu definieren. Materialwissenschaft und Werkstofftechnik haben ihre Identität in den letzten Jahren erst entwickeln müssen. Auch in der weiterverarbeitenden Industrie sind sie heute aus der rein analysierenden oder beratenden Rolle herausgetreten, um eine aktivere Rolle im Rahmen der Produktgestaltung zu übernehmen. In den Industrien der Primärerzeugung und Halbzeugfertigung haben die Metallurgie und Metallkunde diese eigenständige Rolle schon seit jeher. Aber mit zunehmender Fähigkeit, maßgeschneiderte Produktlösungen anzubieten oder sogar neue Funktionen im Werkstoff, eben funktionelle Werkstoffe, hervorzubringen, bekommt die Werkstofftechnik auch allgemein strategische Bedeutung. Mit "Neuen Werkstoffen" und unkonventionellen Herstellverfahren, aber auch mit nie da gewesenen Prüf- und Beobachtungsmöglichkeiten gehört sie heute weltweit zu den potentesten Innovationsfeldern. Mit dieser Perspektive kann Werkstofftechnik von den eingeführten Ingenieurfächern, namentlich Maschinenbau und Elektrotechnik, immer weniger "mit erledigt" werden.

Der Prozess der gesellschaftlichen Anerkennung des "Werkstofffaches" ist also in vollem Gange. Ich bin davon überzeugt, dass die DGM für die Identitätsdiskussion ein hervorragendes Forum darstellt. Die deutsche Gesellschaft für Materialkunde bietet dafür allen Werkstoff orientierten Fachleuten, und zwar Wissenschaftlern wie Praktikern gleichermaßen, ein kompetentes Forum. Durch die Vielgestaltigkeit ihres Mitgliederpotentials, durch die lebendige Arbeit in den zahlreichen Fachausschüssen und eine gut eingespielte Infrastruktur hat sie gezeigt, dass sie beste Voraussetzungen mitbringt, zwischen den verschiedenen Lagern in Wissenschaft und Praxis zu vermitteln.