Einführung in die Simulation und Optimierung von Umformprozessen

Anbieter: DGM - Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.
Vom 16.11.2017 bis 17.11.2017
Die Eigenschaften und Kosten umformtechnisch hergestellter Produkte werden maßgeblich von einer werkstoff- und verfahrensgerechten Bauteil- und Prozessauslegung bestimmt. Dies erfordert vom Konstrukteur und Bauteilhersteller eine frühzeitige Betrachtung des Werkstoffverhaltens im Umformprozess, um z. B. eine hinsichtlich Gefügeausbildung, Maßhaltigkeit oder Ausschussminimierung optimale Prozessauslegung zu ermöglichen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen bereits bei der Planung moderne Simulations- und Optimierungsmethoden eingesetzt werden. So ermöglichen Finite Elemente Simulationen des Umformprozesses heute u. a. wesentliche Aussagen über 

• den Stofffluss im Umformprozess, 
• die Gefügeentwicklung und die zu erwartenden Bauteileigenschaften sowie 
• die Werkzeugbelastung und das Werkzeugverhalten.

Außerdem können durch den 

• Einsatz von Optimierungstechniken und 
• vereinfachte schnelle Modelle 

inverse Fragestellungen beantwortet und so die Prozessauslegung beschleunigt werden. Zielsetzung des Seminars ist es, die umformtechnischen Grundlagen aufzufrischen und die Teilnehmer mit den Möglichkeiten und Grenzen moderner Simulationsmethoden vertraut zu machen. Darüber hinaus wird die Nutzung von numerischen Simulationsmethoden zur Prozess- und Produktentwicklung in der Umformtechnik anhand praxisnaher Beispiele vermittelt. Damit soll ein Beitrag nur Steigerung der Innovationskraft der Mitarbeiter in den Betrieben geleistet werden.

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter, die sich u. a. mit der Auslegung und Optimierung umformtechnischer Prozesse und Anlagen oder umformtechnisch hergestellter Produkte befassen. Demnach sind Mitarbeiter in Qualitätsstellen, Konstruktion, Produktion und in der Entwicklung gleichermaßen angesprochen. Vorkenntnisse in FEM werden nicht erwartet. Grundkenntnisse in den Bereichen Mechanik / Umformtechnik sind von Vorteil.

Kontaktdaten


Ansprechpartner:
Julia Graben & Sarah Biermann
Telefon:
+49-69-753-06-757
Fax:
+49-69-753-06-733

Details der Fortbildung


Bereich:
Sonstiges
Maximale Teilnehmerzahl:
24
Kosten:
880,- EURO inkl. MwSt. / DGM-Mitglieder 780,- EURO inkl. MwSt. / DGM-Nachwuchsmitglieder <30 580,- EURO inkl. MwSt.
Termin:
16.11.2017 - 17.11.2017
Anmeldeschluss:
Dozent/Kursleitung:
Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hirt
Veranstaltungsort:
52056
Aachen

DGM - Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.



DGM – kompetenter und einflussreicher Partner der Werkstoff orientierten Fachwelt

"Die technisch-wissenschaftlichen Vereine sind die Garanten der fachlichen Kommunikation in einem zunehmend pluralistischen Umfeld".
Können wir diese Behauptung wagen angesichts der umfassenden personellen und materiellen Ausstattung der staatlichen Institutionen und privatwirtschaftlichen Dienstleistungsbetriebe in Forschung und Lehre? Können wir erwarten, dass die Vereine vor dem Hintergrund einer durchorganisierten Wissenschaftswelt als ernst zunehmende Plattform für die fachliche Kommunikation überhaupt noch eine Chance haben?

Die technisch-wissenschaftlichen Vereine verkörpern heute angesichts der zunehmenden Komplexität und Interdisziplinarität in den meisten Fachgebieten Kompetenz und Überschaubarkeit zugleich. Wie könnte es anders sein, dass sich namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Industrie für die Mitarbeit in den Vereinen zur Verfügung stellen? Die Vereine bieten das Forum, auf dem sich die unterschiedlichsten Interessengruppen zwischen Staat und Privatwirtschaft begegnen und miteinander, sei es informell, sei es öffentlich kommunizieren. Sie schaffen damit die Voraussetzung für die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis, ohne die Wissenstransfer schwerlich gelingt. Ihre Fachgremien bilden den vorwettbewerblichen Rahmen für die erfolgreiche Umsetzung der gemeinschaftlich erarbeiteten Forschungsergebnisse. In der öffentlichen und privaten Forschungsförderung wird die Empfehlung der Vereinsrepräsentanten vertrauensvoll gewürdigt. Wo könnten in diesen Zeiten des Umbruchs gerade auch Fragen der Ausbildung im institutionellen Vorfeld besser abgestimmt werden als auf der Ebene der Vereine?

Die Vereine tragen entscheidend dazu bei, die Identität der Fachgebiete immer wieder neu zu definieren. Materialwissenschaft und Werkstofftechnik haben ihre Identität in den letzten Jahren erst entwickeln müssen. Auch in der weiterverarbeitenden Industrie sind sie heute aus der rein analysierenden oder beratenden Rolle herausgetreten, um eine aktivere Rolle im Rahmen der Produktgestaltung zu übernehmen. In den Industrien der Primärerzeugung und Halbzeugfertigung haben die Metallurgie und Metallkunde diese eigenständige Rolle schon seit jeher. Aber mit zunehmender Fähigkeit, maßgeschneiderte Produktlösungen anzubieten oder sogar neue Funktionen im Werkstoff, eben funktionelle Werkstoffe, hervorzubringen, bekommt die Werkstofftechnik auch allgemein strategische Bedeutung. Mit "Neuen Werkstoffen" und unkonventionellen Herstellverfahren, aber auch mit nie da gewesenen Prüf- und Beobachtungsmöglichkeiten gehört sie heute weltweit zu den potentesten Innovationsfeldern. Mit dieser Perspektive kann Werkstofftechnik von den eingeführten Ingenieurfächern, namentlich Maschinenbau und Elektrotechnik, immer weniger "mit erledigt" werden.

Der Prozess der gesellschaftlichen Anerkennung des "Werkstofffaches" ist also in vollem Gange. Ich bin davon überzeugt, dass die DGM für die Identitätsdiskussion ein hervorragendes Forum darstellt. Die deutsche Gesellschaft für Materialkunde bietet dafür allen Werkstoff orientierten Fachleuten, und zwar Wissenschaftlern wie Praktikern gleichermaßen, ein kompetentes Forum. Durch die Vielgestaltigkeit ihres Mitgliederpotentials, durch die lebendige Arbeit in den zahlreichen Fachausschüssen und eine gut eingespielte Infrastruktur hat sie gezeigt, dass sie beste Voraussetzungen mitbringt, zwischen den verschiedenen Lagern in Wissenschaft und Praxis zu vermitteln.