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Promotionsstelle Mikrobiologie/Biochemie

Am Institut für Mikrobiologie der Universität Stuttgart (AG Mikrobielle Zellbiologie und Biopolymere) in Kooperation mit dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Graduiertenkolleg GRK1708 ”Bacterial survival strategies“ der Universität Tübingen (40 km von Stuttgart) ist ab Herbst 2017 (Beginn frühestens ab 1.10. 2017 und möglichst bis zum 16.1.2018) die Position einer(s) wissenschaftlichen Mitarbeiters/In (zur Promotion) bis maximal 31. 3. 2021 zu besetzen. Die Vergütung beträgt bei Vorliegen der Voraussetzungen 65% TvÖD13. Der/die Bewerber(in) soll mikrobiologisch/physiologische, biochemische, und molekularbiologische Untersuchungen zum zellbiologischen Aufbau und zur Funktion von organellartigen Strukturen in Proteobakterien (Ralstonia eutropha) im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Dissertationsvorhabens durchführen.
Im Vordergrund steht die Frage, wie Polyphosphat-Granula in Ralstonia eutropha und verwandten Bakterien aufgebaut sind und welche Funktionen sie in diesen Organismen haben. Polyphosphat ist eine höchst interessante Verbindung, die in allen Lebewesen (Bakterien, Hefen, Pflanzen, Tiere inkl. Mensch) vorkommt und sehr unterschiedliche Funktionen haben kann. Beim Menschen hat Polyphosphat eine Bedeutung in der Blutgerinnung; aber auch eine Beteiligung bei Apoptosis wird diskutiert. Bei Mikroorganismen wird Polyphosphat in Verbindung mit Stressresistenz und besserem Überleben unter ungünstigen Bedingungen und mit Virulenz bei pathogenen Organismen (z.B. M. tuberculosis) in Verbindung gebracht. Für weitere Hintergrundinformation wird das folgende Review des Nobelpreisträgers Arthur Kornberg empfohlen: Rao NN, Gómez-García MR, Kornberg A. 2009. Inorganic polyphosphate: essential for growth and survival. Annu. Rev. Biochem. 78:605–647).
In der Vergangenheit wurde angenommen, dass Polyphosphat in den meisten Bakterien in Form von einfachen inclusion bodies (”Volutin-Granula“) vorkommt. Jüngste Untersuchungen zeigten jedoch, dass Polyphosphat-Granula neben den sie aufbauenden Polyphosphat-Kinasen (PPKs) eine Reihe von weiteren Proteinen (Phosinen) spezifisch an der Oberfläche gebunden enthalten. Es wird eine organellartige Multifunktionalität von Polyphosphatgranula mit den von ihnen gebundenen Proteinen vermutet, für die der Begriff “Polyphosphatosomen“ vorgeschlagen wurde (siehe Tumlirsch T, Jendrossek D. 2017. Proteins with CHADs (Conserved histidine α-helical domains) are attached to polyphosphate granules in vivo and constitute a novel family of polyphosphate-associated proteins (Phosins). Appl Environ Microbiol 83:e03399–16–14). Die Funktion der meisten dieser Poylphosphatosom-Proteine ist bislang völlig unbekannt. Mit Hilfe von fluoreszenzmikroskopischen life imaging Verfahren von Wildtyp-Zellen und generierten Mutanten mit Defekten in einzelnen Phosingenen sowie mit Proteininteraktionsstudien und molekularbiologischen Verfahren sollen Rückschlüsse auf mögliche Funktionen gezogen, zelluläre Interaktionspartner der Phosine identifiziert und damit Hinweise auf die Bedeutung für das Überleben der Zellen gefunden werden. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Doktoranden/innen, die die Funktion von Polyphosphat und von Polyhydroxybuttersäure (PHB) in R. eutropha und in anderen Spezies untersuchen, wird erwartet.
            Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Diplom/Master) in Biologie oder Biochemie, ggf. auch in Chemie, Medizin oder Biophysik mit Ausrichtung Mikrobiologie/Biochemie in der Examensarbeit sowie möglichst fundierte praktische Erfahrungen in mikrobiellen, biochemischen und molekularbiologischen Techniken. Erfahrungen in der Kultivierung von Mikroorganismen über Escherichia coli hinaus sowie in modernen Mikroskopietechniken sind wünschenswert aber nicht Voraussetzung. Geboten wird ein attraktives Arbeitsumfeld mit sehr guter apparativer Ausstattung im Zentrum für Bioverfahrenstechnik mit den Instituten für (i) Mikrobiologie, (ii) Biochemie (iii) Technische Biochemie, (iv) Industrielle Genetik, (v) Zellbiologie und Immunologie und (vi) Bioverfahrenstechnik unter einem Dach. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich seit >20 Jahren mit dem Metabolismus von Biopolymeren und organellartigen Strukturen in Bakterien (Polyhydroxybuttersäure, Polyphosphat, sowie mit dem enzymatischen Abbau von Polyisoprenoiden durch Rubber-Dioxygenasen). Als Mikrobiologen arbeiten wir mit einer taxonomischen Vielfalt an Bakterien (z.B. Agrobacterium tumefaciens, Bacillus subtilis, Escherichia coli, Paucimonas lemoignei, Pseudomonas aeruginosa, Pseudomonas putida, Ralstonia eutropha, Rhodospirillum rubrum, Xanthomonas sp., Zymomonas mobilis, sowie Archaebakterien (Haloquadratra walsbyi) und setzen eine Vielzahl an mikrobiologischen, biochemischen, molekularbiologischen, biophysikalischen, bioanalytischen Methoden ein (z.B. FPLC, HPLC, GC, GPC, GC-MS, pH-stat, TLC, Fluorezenz-, Elektronen- und Laser-scanning-Mikroskopie sowie life imaging Mikroskopie). Erwartet werden hohes Engagement, eine überdurchschnittliche Motivation mit Freude an Forschung und der Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten. Das Projekt ist Teil des Gradiuertenkollegs 1708 ”Bacterial survival strategies“ der Universität Tübingen. Der Arbeitsplatz ist an der Universität Stuttgart. Geboten/erwartet werden ferner die aktive Teilnahme an den Aktivitäten des Graduiertenkollegs und an nationalen sowie an internationalen Fachkongressen. Interessierte Bewerber/Innen werden gebeten, ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen schriftlich oder in Form einer einzelnen pdf-Datei per email zeitnah nach Erscheinen dieser Anzeige an Prof. Dr. Dieter Jendrossek (dieter.jendrossek@imb.uni-stuttgart.de), Inst. f. Mikrobiologie der Universität Stuttgart, Allmandring 31, 70569 Stuttgart zu senden. Weitere Informationen zur AG sind unter www.uni-stuttgart.de/imb/forschung/polyhydrox/ abrufbar.
Um folgende Unterlagen wird gebeten: Anschreiben in deutscher Sprache, Lebenslauf mit Referenz, Zeugnis der Hochschulzugangsberechnung (Abitur), Bachelor und Masterzeugnis, 1-seitige Zusammenfassung der Forschungsergebnisse der bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeit (möglichst mit separatem pdf file der Examensarbeit) und Angaben zur Motivation. Unvollständige Bewerbungen werden nicht berücksichtigt. Die Einstellung erfolgt durch die Verwaltung der Universität Stuttgart nach den Richtlinien und gesetzlichen Vorgaben im öffentlichen Dienst.
 
Kontakt für Bewerbungen
Prof. Dr. Dieter Jendrossek
Universität Stuttgart
Zentrum für Bioverfahrenstechnik
Institut für Mikrobiologie
Allmandring 31
70569 Stuttgart, Germany
phone: +49-711-685-65483
Fax:     +49-711-685-65725
dieter.jendrossek@imb.uni-stuttgart.de
 
Bitte beziehen Sie sich bei Ihrer Bewerbung auf jobvector und geben Sie die folgende Referenznummer an: 002

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