Entwicklungs­ingenieur in der Photo­voltaik­branche

Entwicklungsingenieur in der Photovoltaikbranch

Erfinderjob mit sonnigen Aussichten

Die Photovoltaiktechnik zÀhlt zu den beliebtesten Nutzungsarten regenerativer Energien in Deutschland. In Photovoltaikanlagen wird Sonnenenergie mit Hilfe von Solarzellen in Strom umgewandelt. Wo kommt diese Technologie eigentlich her? Die Entwicklung von moderner, marktreifer Technik ist hÀufig die Aufgabe von Entwicklungsingenieuren. Allerdings ist das nur der erste Schritt - auch die Weiterentwicklung und Verbesserung eines Produkts gehören zur Arbeit eines Entwicklungsingenieurs.


Entwicklungsingenieure sind in Unternehmen verschiedener Branchen im Bereich Forschung und Entwicklung beschĂ€ftigt. In der Solarindustrie verbessern sie zum Beispiel Solarmodule hinsichtlich Effizienz und Kosten, versuchen die Degradation der Solarzellen zu verringern, um eine lĂ€ngere Lebenszeit zu ermöglichen oder entwickeln neue Produkte, die den Kundenbedürfnissen angepasst sind. Dabei setzen sie die Ergebnisse der Grundlagenforschung in angewandte Forschung um. Ein Entwicklungsingenieur muss bei seiner Arbeit nicht nur im Blick haben, was technisch möglich, sondern immer auch, was rentabel und bezahlbar ist.


Von den Entwicklungsingenieuren hĂ€ngt es ab, wie innovationsstark ein Unternehmen ist. Die Branche der erneuerbaren Energien entwickelt sich schnell. Firmen, die mit ihrer Technik am Markt bestehen wollen, die vielleicht sogar die Technologieführerschaft in ihrem Bereich anstreben und selbst MaßstĂ€be setzen möchten, sind auf gute Entwicklungsingenieure angewiesen.

Ein Entwicklungsingenieur versucht durch kreative Ideen Probleme zu lösen, entwirft Produkt-Prototypen und testet sie in selbst entworfenen Versuchsprogrammen. Diese Tests führt er zum Beispiel mit Hilfe von Sonnensimulatoren durch. Die Nutzung dieser GerĂ€te hat den Vorteil, dass die LeistungsfĂ€higkeit eines Prototyps zunĂ€chst unter Laborbedingungen getestet werden kann, bevor man in den Freilandversuch geht, so ist das Ergebnis nicht von Witterungsbedingungen abhĂ€ngig. Für die Freilandversuche nimmt ein Entwicklungsingenieur hĂ€ufig auch Reisen in Kauf.

 


Teamarbeit ist eine wichtige Komponente des Berufsalltags eines Entwicklungsingenieurs. Messergebnisse werden im Teambesprochen und analysiert und bei der Produktentwicklung oder der Vorbereitung der Markteinführung arbeitet man mit anderen Funktionsbereichen des Unternehmens zusammen, zum Beispiel mit dem Produkt- oder QualitĂ€tsmanagement. Manchmal stehen Entwicklungsingenieure auch in direktem Kundenkontakt, um mit ihren Entwicklungen den Kundenbedürfnissen optimal entgegenkommen zu können. Gelegentlich begleitet der Entwicklungsingenieur das gesamte Zertifizierungsverfahren des von ihm entwickelten Produkts.

„Dauerbrenner“ in der Forschung und Entwicklung der Solarbranche sind die Steigerung der Effizienz der Anlagen und die Senkung der Kosten pro Kilowattstunde, die mit der Senkung der Produktionskosten einhergehen. Der Wirkungsgrad gibt an, welchen Anteil der Sonnenenergie das Solarmodul in Strom umwandelt.


Aktuell liegt der durchschnittliche Wirkungsgrad noch weit vom theoretischen Maximum entfernt. Da ist noch Steigerungspotenzial! Eine Neuerung, die aktuell in der Solarbranche entwickelt wird, ist die Integration von Solarmodulen in so genannte Smart Grids: „intelligente“ Stromnetze. Smart Grids können Informationen über alle Netzelemente (zum Beispiel Stromerzeuger, stromverbrauchende GerĂ€te, Stromspeicher usw.) abrufen und verarbeiten. Da die WetterverhĂ€ltnisse nicht immer gleich sind, ist es schwierig vorherzusagen, wann ein Solarmodul wie viel Strom produzieren wird.

 

Ein intelligentes Stromnetz könnte zum Beispiel erfassen, wann viel Energie erzeugt wird und die Produktion in einem nahegelegenen Kohlekraftwerk automatisch reduzieren, bis wieder Energie benötigt wird oder ein Pumpspeicherwerk in Betrieb setzen.

So können das Klima geschont und die Probleme der Spannungsschwankungen gesenkt werden, indem Stromüberschüsse aus regenerativen Energiequellen für Zeiten gespeichert werden, in denen weniger Strom produziert wird. Bei einer konsequenten Umsetzung des Smart-Grid-Konzeptes könnten dann alle „Akteure“ auf dem Strommarkt (inklusive der einzelnen stromverbrauchenden Geräte) miteinander vernetzt sein und nur so viel Strom produziert werden, wie verbraucht wird.

 

 

Um diesen Beruf ausüben zu können, muss man sein Fachwissen immer auf dem neuesten Stand halten und ein Auge dafür haben, was im Labor und unter realen Bedingungen umsetzbar ist..


Die meisten Firmen suchen Absolventen der Elektrotechnik oder der Physik. Es werden aber beispielsweise auch Chemiker, Verfahrenstechniker, Messtechniker, Mechatroniker, Materialwissenschaftler oder Wirtschaftsingenieure als Entwicklungsingenieure gesucht. Wichtige Eigenschaften als Entwicklungsingenieur sind KreativitÀt, um neue Lösungswege zu finden und der Wille, etwas zu verÀndern.


Ein Entwicklungsingenieur braucht meistens gute Fremdsprachenkenntnisse, um mit auslĂ€ndischen Kollegen, Kunden und auf internationalen Fachmessen kommunizieren zu können, und einen starken Schuss Motivation, um sich auch von RückschlĂ€gen nicht abschrecken zu lassen. Wer nachweisen kann, dass er sich in seinem Studium oder in einem Praktikum mit Photovoltaiktechnik auseinander gesetzt hat, vielleicht sogar Spezialwissen für den konkreten Einsatzbereich besitzt, ist klar im Vorteil.

Einige Firmen sehen auch eine Promotion gerne. Bei der Analyse von Stellenanzeigen fĂ€llt auf, dass Firmen neben der fachlichen Qualifikation besonderen Wert auf das individuelle Engagement, die Motivation und BegeisterungsfĂ€higkeit legen – hier sind ÜberzeugungstĂ€ter gefragt!

Perspektiven

Viele Menschen in der Solarbranche treibt das Bewusstsein an, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen der Erde voranzutreiben und eine Technik zu schaffen, die den Klimawandel begrenzen könnte. Solarenergie ist ein wichtiger Baustein im Rahmen einer nachhaltigen, dezentralen Energieversorgung.

Die Branche ist hoch dynamisch, das heißt, sie bringt viele Innovationen hervor und Ă€ndert sich stĂ€ndig. Dieser Job ist etwas für Menschen, die VerĂ€nderung mögen, etwas bewegen wollen und dabei gut verdienen möchten. SpĂ€tere Karriereschritte können zum Beispiel über die Projektleitung ins Management führen.

Erfolgsfaktoren fĂŒr dieses Berufsfeld
  • Studium der Elektrotechnik oder Physik, aber auch andere technisch-naturwissenschaftliche StudiengĂ€nge
  • praktische Erfahrungen
  • solide Englischkenntnisse, andere Fremdsprachenkenntnisse erwünscht
  • Engagement, Motivation und BegeisterungsfĂ€higkeit für die Branche
  • TeamfĂ€higkeit und kommunikative FĂ€higkeiten (auch interdisziplinĂ€r und international)
  • analytisch-strukturierte Arbeits- und Denkweise
  • Projektmanagement-Kenntnisse
  • Eigeninitiative/ SelbststĂ€ndigkeit/ Eigenverantwortlichkeit
  • KreativitĂ€t
  • Reisebereitschaft
  • ziel- und lösungsorientiertes Arbeiten
  • Durchsetzungsvermögen
  • technische Sachverhalte schriftlich und grafisch aufbereiten können

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