Laborleiter - Multitasker mit Führungsverantwortung
Laborleiter sind im Regelfall für die fachliche und organisatorische Führung eines Labors verantwortlich. Sie schaffen Bedingungen, unter denen die Arbeiten im Labor reibungslos verlaufen und das Labor seine Aufträge erfüllen kann.
Gute Laborleiter sind deshalb Multitalente: Sie sind Experten für das Forschungsgebiet in dem sie arbeiten, haben betriebswirtschaftliche Kenntnisse, können gut organisieren und nehmen Führungsaufgaben wahr. Sie sind verantwortlich für die Arbeit ihrer Mitarbeiter und sorgen dafür, dass diese fachlich korrekt arbeiten und Deadlines einhalten.
Laborleiter können sowohl in der Grundlagenforschung, als auch in der angewandten Forschung oder der Entwicklung arbeiten. Das konkrete Aufgabengebiet hängt vom Arbeitgeber, vom Fachgebiet und vielen weiteren Faktoren ab. Aufträge des Labors können zum Beispiel die Untersuchung von Proben, die Entwicklung von neuen Produkten oder die Weiterentwicklung bestimmter Verfahren sein. In unabhängigen Laboren übernimmt der Laborleiter sehr viel mehr Management-Aufgaben als in Laboren, die beispielsweise einer Universität oder einem großen Unternehmen angehören.
Die Arbeit eines Laborleiters ähnelt oft der Arbeit eines Projektmanagers: Der Laborleiter nimmt Aufträge an (zum Beispiel von anderen Abteilungen, von Vorgesetzten oder von Kunden), bespricht sie mit dem Auftraggeber, strukturiert sie für seine Mitarbeiter und teilt Aufgaben zu. Außerdem achtet er darauf, dass seine Mitarbeiter das für die Projekte zugewiesenes Budget einhalten. Der Laborleiter steuert also den Einsatz von Finanzen und Mitarbeitern.
Im Rahmen der Unternehmensplanung ist der Laborleiter daran beteiligt, Ziele für das Labor festzulegen, die im Planungszeitraum erreicht werden sollen. So ein Ziel kann zum Beispiel der Abschluss eines langfristigen Forschungsprojekts sein, oder eine Steigerung der Produktivität des Labors. Im Arbeitsalltag muss der Laborleiter dann Sorge dafür tragen, dass diese Ziele in der vorgegebenen Zeit erreicht werden. Auch wenn viele kleine Aufgaben anfallen, behält der Laborleiter immer die Hauptziele im Auge.
Als Laborleiter betreut man eine Arbeitsgruppe, die man koordiniert und fachlich anleitet. In der Arbeit mit Mitarbeitern ist es wichtig, dass der Laborleiter Einfühlungsvermögen besitzt. Er ist dafür zuständig, den Mitarbeitern Aufgaben zuzuweisen. Dabei muss er darauf achten, sie weder zu überfordern, noch zu unterfordern. Sonst kann es passieren, dass die Mitarbeiter frustriert oder unmotiviert werden. Außerdem schult er seine Mitarbeiter im Umgang mit den Laborgeräten oder in verschiedenen Arbeitstechniken um sie für eine erfolgreiche Arbeit im Labor zu qualifizieren. An der eigentlichen Laborarbeit ist der Laborleiter nur noch am Rande beteiligt, etwa bei besonders schwierigen oder verantwortungsvollen Aufgaben oder wenn es besonders viel zu tun gibt. Dann muss er auch Experimente vorbereiten, durchführen und auswerten. Außerdem achtet der Laborleiter auf die Einhaltung der Qualitätsstandards in seinem Labor und überwacht das Qualitätsmanagement. Unternehmen aus dem Pharmabereich wünschen sich zum Beispiel oft theoretische und praktische Kenntnisse in der Guten Laborpraxis (GLP) bzw. Good Clinical Practice (GCP).
Zur Labororganisation gehört, dass der Laborleiter dafür sorgt, dass alle benötigten Rohstoffe, Materialien und Geräte verfügbar sind. Bei der Neuanschaffung von Laborgeräten wägt der Laborleiter zwischen Kosten und Nutzen der Geräte ab. Die meisten Laborgeräte sind sehr teuer und oft ist die Arbeit auch mit einer alternativen Technologie durchführbar, allerdings erleichtern die Geräte im Regelfall den Arbeitsalltag massiv.
Weitere Aufgaben kommen hinzu, darunter auch „Papierkram“ wie das Schreiben von Berichten und Beurteilungen sowie Buchhaltung. Auch um Personalangelegenheiten kümmert der Laborleiter sich in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung. So ist er auch für Personalfragen und Vertretungspläne zuständig. Leiter eines unabhängigen Labors müssen sich zudem darum kümmern, Kunden anzuwerben, ein Produktportfolio zu entwerfen und die Preise festzulegen, die das Labor für seine Leistungen nimmt. Dazu sind häufig betriebswirtschaftliche Kenntnisse wichtig, die helfen, den optimalen Preis zu finden, der das Labor finanziell absichert aber dennoch konkurrenzfähig ist.
Wer schon während des Studiums in einer Arbeitsgruppe im Labor arbeitet, lernt in dem Alltag wichtige Qualifikationen für eine spätere Stelle als Laborleiter. Viele Unternehmen bevorzugen promovierte Bewerber, weil zumindest im naturwissenschaftlichen Bereich eine Promotion beweist, dass man die Arbeitsweisen in einem Labor kennt, selbstständig forschen und ein Projekt zielstrebig beenden kann. Außerdem lernt man in einer Forschungsgruppe Teamfähigkeit und erfährt aus erster Hand, was den Mitarbeitern eines Labors bei einem Laborleiter wichtig ist. Man sollte mit Laborgeräten umgehen können, Mess- und Prüfverfahren kennen sowie die gängigen Qualitätsstandards. Zwar braucht ein Laborleiter Organisationstalent, aber mit zunehmender Erfahrung fallen Organisation und Projektmanagement immer leichter. Meistens wächst man langsam in seine Aufgabe hinein und bekommt mit zunehmender Erfahrung mehr Verantwortung.
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