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Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

Das Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie erforscht die Rolle, die Vielfalt und die Eigenschaften von Mikroorganismen, vor allem von Bakterien, die im Meer und in anderen aquatischen Systemen entscheidend für Stoffumsetzungen verantwortlich sind. Mit dieser Ausrichtung möchte das Institut einem in den 80er Jahren erkannten Forschungsbedürfnis entsprechen. Während uns die Bedeutung zweier großer, etablierter Richtungen in der Mikrobiologie, nämlich die Erforschung von Bakterien als Krankheitserregern und der Einsatz von Bakterien als Produktionsorganismen in der Biotechnologie, allgemein bekannt ist, gilt der Rolle von frei lebenden Bakterien in der Natur seltener die Aufmerksamkeit der an Wissenschaft und Umwelt Interessierten. Das hat seinen Grund sicherlich darin, dass diese natürlichen Aktivitäten von Bakterien seit Jahrmillionen in einer Wechselbeziehung mit anderen biologischen Prozessen in der Umwelt gut eingespielt sind und daher als der Normalfall seltener ins Auge fallen. Doch gerade diese natürlichen Aktivitäten sind eine unverzichtbare Voraussetzung für ein Funktionieren der globalen Stoffkreisläufe, die sich zwischen Mineralien, Pflanzen, Tieren und Menschen abspielen. Wie Boden und Binnengewässer stellt auch das Meer nicht nur für höhere Lebensformen sondern ebenso für Mikroorganismen einen eigenen Lebensbereich dar. In diesem herrschen spezifische Gesetzmäßigkeiten, die zum Beipiel durch den Salzgehalt, die relative Nährstoffarmut in der Hochsee, spezifische marine Nahrungsketten, niedrige Temperaturen und hohen Druck in der Tiefe oder die natürliche Schwefelchemie der Küstensedimente geprägt sind. In all diesen Lebensbereichen ist eine Reihe der mikrobiellen Prozesse noch unvollständig verstanden und viele der dafür verantwortlichen mikrobiellen Akteure sind unbekannt. Das Schwergewicht der Forschung am Max-Planck-Institut liegt auf der Untersuchung von Bakterien und bakteriellen Prozessen in den Sedimenten der Meere. Sedimente sind Orte besonders intensiver und vielfältiger Stoffumsetzungen, denn hier endet ein Großteil der partikulären Substanz aus dem Wasser. Ebenso vielfältig wie die Stoffumsetzungen sind die sie verursachenden Bakterienarten, die beachtliche, im Pflanzen- und Tierreich nicht vorkommende biochemische Fähigkeiten hervorgebracht haben. Schwefelverbindungen, Stickstoffverbindungen und Eisenmineralien werden reduziert oder oxidiert. Und organische Verbindungen, auch problematische wie Erdöl oder etliche Pestizide, werden abgebaut. Die bakteriellen Aktivitäten in Sedimenten beeinflussen den globalen Stoffhaushalt und haben über geologische Zeiträume zu bedeutenden Ablagerungen von Mineralien geführt.

Details


Adresse:
Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

Celsiusstr. 1
28359 Bremen
Deutschland
Arbeitsgebiet:
Forschung & Entwicklung
Expansion:
national
Webseite: