Tierärztliche Hochschule Hannover

Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie

Das im Jahre 1975 gegründete Institut für Tierhygiene, seit 2001 Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie (ITTN) liegt auf dem Westfalenhofgelände der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Seine Hauptaufgaben bestehen in Forschung, Lehre, und Dienstleistung. In der Lehre werden Studierende der Veterinärmedizin in den Lehr- und Prüfungsfächern Tierhaltung und Tierhygiene einschließlich Umwelthygiene sowie Tierschutz und Ethologie unterrichtet. Weitere Lehrtätigkeiten betreffen die Ausbildung von Veterinärreferendarinnen/-en für den Staatsdienst, veterinärmedizinische Assistentinnen/-en, Geflügelwirte und Tierpfleger/innen. In der Fort- und Weiterbildung wird jährlich im Herbst, zusammen mit der Akademie für Tierärztliche Fortbildung (ATF), eine zweitägige Fortbildungsveranstaltung zu aktuellen Problemen des Tierschutzes organisiert und durchgeführt. Regelmäßig arbeiten etwa 8 Doktorandinnen/-en im Institut an ihrer Dissertation.

Die Ziele des ITTN sind insbesondere den wissenschaftlichen, ethisch motivierten und gesetzlichen Tierschutz zu fördern, zur Verbesserung und Entwicklung von artgemäßen und verhaltensgerechten Haltungsformen für Lebensmittel liefernde Tiere beizutragen, Grundlagen für einen schonenden und tiergerechten Umgang mit Nutztieren zu erarbeiten und Mensch, Tier und Umwelt vor Gefahren durch die Tierhaltung zu schützen, um auf diese Weise die Entwicklung einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Nutztierhaltung ("sustainable livestock farming") voranzubringen. Dieses Konzept strebt an, die wichtigsten Aspekte des Tierschutzes, des Arbeitsschutzes, des Umweltschutzes und des Verbraucherschutzes zusammenzuführen.

Die derzeitige Forschung des ITTN ist darauf ausgerichtet, die Interaktionen von Tieren mit ihrer Umwelt zu untersuchen, zu beschreiben und zu verstehen, um auf dieser Grundlage Ansätze zur Förderung von Wohlbefinden, Gesundheit und Leistung zu entwickeln. Wichtig sind hierfür detaillierte Kenntnisse der physikalischen, chemischen und biologischen Prinzipien und Bedingungen der Haltung von Nutztieren (z. B. Lüftung, Luftführung, Luftqualität, Wärmebilanzen, Unterbringung, Management, Pflege) sowie des Tierverhaltens. In Zusammenarbeit mit Arbeitsmedizinern werden Untersuchungen zur Belastung von Menschen am Arbeitsplatz durchgeführt. Einen besonderen Schwerpunkt bilden derzeit Arbeiten zum Tierverhalten und Tierschutz bei Stallhaltung, Transport und Schlachtung. So werden die Tiergerechtheit der Haltung von Mastgeflügel (Enten mit Badewasserangebot, Puten, Broiler) und Legehennen und Ansätze zur Verbesserung der Haltungsbedingungen dieser Tiere unter Verhaltens- und Gesundheitsaspekten untersucht. Mit physiologischen und ethologischen Methoden wird die Streßantwort von Rindern und Schweinen beim Straßentransport, auf Schlachthöfen im Wartestall, beim Zutrieb und bei Schweinen in der Betäubung (Elektro- und Gasbetäubung) untersucht und - in Zusammenarbeit mit der Fleischhygiene - hinsichtlich Tierschutz und Fleischqualität beurteilt. Auftreten und Umfang von Kontaminanten der Stalluft (Gase, Staub, Mikroorganismen, Toxine) und deren Rolle bei der Entstehung respiratorischer Erkrankungen von Tier und Mensch im Stall und in der Stallumgebung (Immissionen) wird mit verschiedenen Sammel- und Analysenmethoden untersucht. Der sachliche Rat des ITTN in Beratungs- und Gutachtertätigkeiten wird von verschiedenen Organisationen wie dem wissenschaftlichen Ausschuß "Tiergesundheit und Tierschutz" der EFSA (European Food Safety Authority) in Brüssel, der Tierschutzkommission beim BMVEL in Berlin, dem Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen, dem Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe beim BMWA, Berlin, der VDI-Kommission "Reinhaltung der Luft", Düsseldorf, dem Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), Darmstadt und weiteren nationalen und internationalen Organisationen sowie zunehmend von der Industrie gesucht. Das mikrobiologische Labor des Institutes führt regelmäßig Untersuchungen zur Überwachung und Analyse von Bakterien, Pilzen und Endotoxinen in der Luft von Tierställen und an Arbeitsplätzen in Wertstoffsortieranlagen und der Biokompostierung der Abfallwirtschaft durch.

 

Details


Adresse:
Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie
Bünteweg 17p
30559 Hannover
Deutschland
Arbeitsgebiet:
Forschung & Entwicklung
Forschung & Lehre
Expansion:
international
Mitarbeiteranzahl:
11-50
Gründungsjahr:
1975