IoT Solution Architect – neueste Technologien, vielseitige Herausforderungen und starke Perspektiven

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Yvonne Hegenbarth, Young Professional bei der Software AG, erzählt uns von ihrem persönlichen Werdegang und ihrem Arbeitsalltag als „Associate IoT Solution Architect, Presales IoT DACH“. Welche Herausforderungen warten im Job, welche Qualifikationen sollte man mitbringen, und was ist der große Reiz an einem Presales-Job?

„IoT Solution Architect“ – was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Yvonne: Ich arbeite in der Presales-Abteilung der Software AG. Mein Titel bedeutet, dass ich potenzielle oder auch bestehende Kunden überzeugen möchte, mit unseren Produkten und Softwarelösungen den Workflow in ihrem Unternehmen zu verbessern. Dazu bin ich zuerst einmal beim Kunden vor Ort und prüfe dessen aktuelle IT-Architektur auf Schwachstellen und Verbesserungspotenzial. Genau dort wollen wir als Unternehmen dann mit unseren Produkten ansetzen und unterstützen. Um dem Kunden dies anschaulicher zu machen, baut meine Abteilung sogenannte Demos, die wir dann dem Kunden im Pitch präsentieren. Wenn wir damit überzeugen, wird ein Kaufvertrag abgeschlossen. Aber auch nach der Kaufabwicklung betreut meine Abteilung den Kunden weiter und hilft ihm dabei, mit unseren Produkten weiter wachsen zu können.

Wo liegt der Unterschied zwischen der Presales- und der Sales-Abteilung – bist Du eine klassische Verkäuferin?

Yvonne: Im Bereich Presales geht es rein um Technologie. Ich bin keine klassische Verkäuferin, die Akquise und Verkauf macht. Das liegt im Sales-Bereich. Dieser bildet sozusagen den Rahmen. Sales akquiriert den Kunden, stellt den Erstkontakt her. Besteht erstes Interesse an unseren Produkten, kommen wir als Presales ins Spiel. Wir prüfen die technologische Seite und bieten dem Kunden die bestmögliche Lösung für seine IT-Struktur an. Die Kauf- und Vertragsabwicklung liegt dann am Ende wieder bei Sales. Allerdings sind wir nicht nur für Neukunden und den Weg zum Kauf zuständig, sondern vor allem für die Betreuung von Bestandskunden. Auch sie stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen und brauchen angepasste Lösungen. Der Begriff Presales, wenn man ihn wörtlich nimmt, passt damit eigentlich nicht mehr ganz. Unsere Funktion gleicht eher der eines „Customer Success Managers“.

Hier ist also wirklich auch viel technisches Verständnis und Fachkompetenz gefragt. Wie war denn Dein Weg bis hierhin?

Yvonne: Ich habe ein duales Studium in Informatik bei der Software AG absolviert. Schon ganz früh habe ich gemerkt, dass ich mich für Technik und Informatik interessiere. Ich habe schon im Abitur die Leistungskurse Mathematik und Informatik wählen können. Das war eine super Möglichkeit, schon mal in diese Themen rein zu schnuppern. Nach dem Abitur konnte ich mir gut vorstellen, im IT-Bereich zu arbeiten und habe den Bachelor und auch den Master in Informatik gemacht. Das duale Studium war für mich dabei das optimale Modell.

Man wird im Studium finanziell vom Unternehmen unterstützt und kann sich trotzdem voll auf die Uni konzentrieren, da man im Wechsel ein Semester an der Uni und ein Semester im Unternehmen ist. Das heißt, man kann sich für einen bestimmten Zeitraum immer auf einen Bereich fokussieren. Natürlich startet das Studium erstmal mit zwei Semestern an der Uni, um ein erstes Grundwissen zu erlangen, bevor man im Unternehmen loslegen kann. Man hat also die Möglichkeit, die Theorie in den Vorlesungen zu lernen und dann direkt in der Praxis anzuwenden. Mir hat dieses Modell den größten Mehrwert geboten. Ich fand es spannend, dass man im Studium schon die Möglichkeit hat, am Puls der Zeit zu sein und mit den neusten Softwareprodukten zu arbeiten. Während meines Studiums war ich in der Forschungsabteilung der Software AG tätig. IoT, Industrie 4.0, Themen, von denen heute jeder spricht, daran habe ich schon vor ein paar Jahren während des Studiums mitforschen und -entwickeln dürfen. Natürlich gibt einem das auch für das Studium eine Vorstellung davon, was die aktuellen Trendthemen sind und wohin sich der Markt entwickeln wird. Wenn es im Master dann darum geht, seinen Schwerpunkt zu wählen, weiß man schon, was einen interessiert und was Zukunft hat. Ich zum Beispiel habe mich im Master speziell mit Big-Data-Technologien, Machine-Learning und künstlicher Intelligenz beschäftigt, was gerade sehr aktuell ist. Jetzt nach fünf Jahren bin ich keine Studentin mehr, sondern wurde von der Software AG übernommen und kann mit genau diesen Technologien arbeiten.

Also hast Du durch das Studium eine gute Basis und kannst Dein Wissen direkt anwenden. Was sind denn jetzt die neuen Herausforderungen im Job – was reizt Dich am meisten?

Yvonne: Eine neue Herausforderung ist die Arbeit mit dem Kunden. Damit hatte ich während meiner Ausbildung nur bedingt Kontakt. In der Forschungsabteilung waren die Industriepartner im weiteren Sinne meine Kunden. Auch mit ihnen steht man in engem Kontakt und arbeitet gemeinsam an Projekten, um die Forschungsziele zu erreichen. Allerdings arbeitet man hier als Partner zusammen. In der Presales-Abteilung geht es jetzt aber wirklich darum, neue Kunden von unseren Produkten zu überzeugen. Die Vertriebswelt, zu der Presales auch gehört, war für mich eine ganze neue, von der ich vorher noch keine Kenntnisse hatte. Das bedeutet, ich muss nicht nur fachliche, sondern auch persönliche Kompetenzen, wie Auftreten, Präsentations- und Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit Kunden weiter ausbauen. Jeder Kunde und jede Unternehmensstruktur ist einzigartig und bringt somit individuelle Anforderungen mit sich. Da ist es wichtig, kundenorientiert und effektiv zu arbeiten.

Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag im Presales-Bereich aus?

Yvonne: Den gewöhnlichen Arbeitstag gibt es bei uns gar nicht. Jeder Tag ist anders. Das ist das tolle an meinem Job. An einem Tag sitzt man im Büro, baut Präsentationen für den Kunden oder beschäftigt sich mit Forschung zu aktuellen Technologien. In meinem Job ist es wichtig, dass man immer wieder neues lernt und nie aufhört sich weiterzubilden. An einem anderen Tag nimmt man dafür an einer Konferenz teil, oder man ist beim Kunden vor Ort, präsentiert und erklärt ihm unsere Lösung.

Das bietet einem natürlich einen großen Freiraum, bedeutet aber auch viel Eigenverantwortung und erfordert eine gute Selbstorganisation. Für mich persönlich ist aber genau das spannend.

Bist Du dann ganz alleine für einen Kunden verantwortlich?

Yvonne: Wir arbeiten immer im Team. Je nach Kundengröße variiert auch die Teamgröße, in der man zusammenarbeitet. Die Konstellation ist sehr interdisziplinär. Bei einem großen Kunden zum Beispiel sind wir in der Regel zu dritt: ein „Account Executive“, ein „Business Consultant“ und ein „Business-“ oder „Solution Architect“. Es ist also immer ein Experte für den Vertrieb dabei, einer für die Produkte und wir für die technische Architektur. Zusätzlich arbeiten wir noch mit einem Implementierungsteam zusammen, das unsere Lösung dann beim Kunden umsetzt. In meinem Fachbereich bin ich also alleine für meine Aufgaben verantwortlich. Aber man ist immer in Absprache mit den Teams und somit nicht ganz auf sich gestellt, wenn man mal nicht weiterkommt. Genau diese Waage zwischen eigenverantwortlicher Arbeit und Teamwork macht den Job sehr angenehm.

Welche Perspektiven erwarten Dich noch im Presales-Bereich?

Yvonne: Mein Ziel für die nächsten zwei Jahre ist es, den Associate, also den Junior-Titel, abzulegen und mich in meiner Abteilung als sattelfeste Mitarbeiterin zu etablieren. Von vielen Kollegen weiß ich, dass der Bereich Presales jede Menge Türen öffnet. Durch die Arbeit mit aktuellen Technologien und die Kundenerfahrung ist man sehr gut für den Arbeitsmarkt aufgestellt. Über dieses Kompetenzportfolio freut sich jeder neue Vorgesetzte.

Welche Tipps kannst Du Auszubildenden oder Studierenden im Bereich Informatik geben?

Yvonne: Während des Studiums sollte man auf jeden Fall auch bemüht sein, viel praktische Erfahrung zu sammeln, da man in der Praxis viel lernt, was im Studium alleine einfach nicht vermittelt werden kann. Bei mir war das durch das duale Studium gegeben. Aber auch wer nicht dual studiert, kann durch Werkstudentenstellen während des Semesters oder Praktika in den Semesterferien schon mal in die Praxis reinschnuppern. Bei Bewerbungsgesprächen habe ich festgestellt, dass es Unternehmen wichtig ist, dass man nicht nur im Studium gut abschneidet, sondern auch schon eine Ahnung hat, wie Prozesse in der Praxis ablaufen. Außerdem bieten Praktika auch die Möglichkeit, den richtigen Bereich für sich zu finden, selbst wenn das nach dem Ausschlusskriterium funktioniert. Nutzt es einfach als Chance zu schauen, ob es etwas für euch sein könnte. Und auch die Erkenntnis, dass ein bestimmter Bereich euch gar nicht liegt, ist wertvoll. Da man sein halbes Leben mit Arbeit verbringt, muss der Spaß am Job ganz weit vorne stehen.

Solche Nebenjobs und Praktika helfen außerdem, wichtige Kontakte zu knüpfen und sich ein Netzwerk aufzubauen. Man lernt viele interessante Menschen kennen. Networking spielt immer eine große Rolle und kann natürlich auch Türen öffnen. Ich wurde nach dem Studium direkt von der Software AG übernommen. Somit war der Einstieg ins Berufsleben für mich sehr leicht. Hier ist es auch wichtig, ein Unternehmen zu finden, das einen dabei unterstützt. Ich bin zuversichtlich, dass ich damit einen guten Grundstein für meine berufliche Karriere gelegt habe.

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