Berufsperspektiven für Chemieingenieure und Verfahrensingenieure

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Chemie- und Verfahrensingenieuren bietet sich ein abwechslungsreiches und interdisziplinäres Berufsspektrum. Sie können sich in Schnittstellenpositionen zwischen Maschinenbau, Physik, Mathematik sowie physikalischer und technischer Chemie verwirklichen. Es gibt zahlreiche Berufsbilder in denen Sie Ihre Kenntnisse im Bezug auf die Modifikation und Veredelung von Substanzen durch chemische, biologische und physikalische Prozesse einbringen können. In der Industrie ist oft die Verbindung aus Fachwissen mit wirtschaftlichem Denken gefragt. Aufgabenfelder, die sich mit der Einhaltung sicherheitstechnischer Regulierungen bei Produktionsprozessen befassen, eröffnen sichere Karriereperspektiven. Während in der Vergangenheit die Fachgebiete klar abgegrenzt waren, überschneiden sich die Fach- und Studieninhalte des Chemieingenieurwesens, der Verfahrenstechnik und der Prozesstechnik heutzutage immer stärker. So unterscheiden sich diese drei Bereiche oftmals nur noch durch verschiedene Studienschwerpunkte. Dies hat zur Folge, dass entsprechende Stellenausschreibung häufig für Chemie-, Verfahrens- und Prozessingenieure offen sind. Im beruflichen Alltag ist der Übergang der Tätigkeitsfelder im Chemieingenieurwesen und der Verfahrenstechnik oft fließend.

DurchIn der Produktion der Chemieindustrie die praxisorientierten Studiengänge sind die Arbeitsfelder und Berufsbilder sehr vielseitig. Gute Karrieremöglichkeitenbieten neben mittelständischen Betrieben und der Großindustrie auch Forschungseinrichtungen. Immer komplexer werdende technische Anlagen, immer stärker miteinander verwobene chemische Prozesse verlangen Ingenieure, die interdisziplinär arbeiten möchten. Diese Entwicklungen verschaffen Ingenieuren dieser Fachbereiche exzellente Berufsaussichten.

Chemieindustrie

Die chemische Industrie bietet für Chemie und Verfahrensingenieure vielversprechende Karriereperspektiven. Die chemischpharmazeutische Industrie ist die drittgrößte Branche Deutschlands und umfasste im Jahr 2013 463.514 Arbeitsplätze. Dieser stabile Wirtschaftszweig wird auch in Zukunft viele Arbeitsplätze bieten. Im europäischen Vergleich ist Deutschland mit einem Umsatz von rund 190 Milliarden Euro Spitzenreiter. Unter den 3900 Chemieunternehmen in Deutschland sind besonders die kleinen und mittelständischen Unternehmen sehr erfolgreich. Sie beteiligen sich mit über 30% am Gesamtumsatz der Branche und sind oftmals Weltmarktführer auf ihrem Arbeitsgebiet. Interessant ist, dass über 95% der Chemieunternehmen nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und dass über ein Drittel der Arbeitsplätze von den kleineren und mittleren Unternehmen generiert werden (VCI).

Selbst im globalen Export behauptet sich Deutschland mit über 11% der Chemieexporte auf Platz eins als Globaler Player. Ausländische Unternehmen profitieren von den Standortvorteilen in Deutschland und investieren in die chemisch-pharmazeutische Industrie. Dadurch tragen Sie einen enormen Teil zur Beschäftigungssicherung in Deutschland bei. Somit bieten sich für Chemie- und Verfahrensingenieure vielfältige internationale Karrieremöglichkeiten, in denen Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz gefragt sind.

Viele Faktoren wie die Globalisierung, Ernährung, Gesundheit, Energie und Umweltschutz erfordern Lösungen. Auf der Suche nach den Lösungen spielt die Chemie mit nachhaltigen Entwicklungen eine entscheidende Rolle. In der Entwicklung, Produktion und Planung dieser Produkte sehen die Arbeitschancen für Chemie-, Prozess- und Verfahrensingenieure sehr erfolgversprechend aus.

Berufsfelder

Hervorragende Perspektiven weisen die Bereiche der chemischen Verfahrenstechnik, physikalischen Chemie, Bioverfahrenstechnik, Lebensmitteltechnologie und Prozessdynamik auf. So können Chemieingenieure unter anderem in der Anlagen- und Sicherheitstechnik, Lebensmitteltechnik aber auch in der Katalysatorenentwicklung und der Anlagensteuerung tätig werden. Chemie- und Verfahrensingenieure sich die Möglichkeiten der Spezialisierung auf bestimmte Produktpaletten sowie deren Qualitätssicherung. Die Produktentwicklung, das Qualitätsmanagement, als auch die Produktion und Forschung bieten spannende Tätigkeitsfelder. In diesen Verantwortungsbereichen verbinden Sie Ihr naturwissenschaftliches, insbesondere chemisches Fachwissen, mit Ihrem ingenieurwissenschaftlichem Anwendungswissen und arbeiten z.B. als Forscher im Labor, als Anlagenentwickler, als Programmierer von Leitsystemen, oder als Betriebsführer von Produktionsanlagen.

Aktuelle Forschungsthemen sind unter anderem die Bereiche Rohstoffe und Energie, die Erforschung individualisierter Nährstoffversorgung durch neue Proteinquellen, intelligente Verpackungen, Speicherung und Nutzung von Energie oder die dynamische Wasseraufbereitung. Chemie- und Verfahrensingenieure können zudem beratend und überwachend im öffentlichen Dienst z.B. in der Gewerbeaufsicht tätig werden.

Aufgabenfelder

Raffinerieanlage mit SchornsteinenIn der Industrie entwickeln Chemie-, Verfahrens- und Prozessingenieure nicht nur chemische Substanzen oder einzelne Bauteile sondern auch ganze Anlagen. Hier ist Teamarbeit gefragt. Wenn Sie also gerne in interdisziplinären Teams arbeiten, sind diese Aufgabenfelder eine gute Möglichkeit Ihre Teamfähigkeit einzusetzen. In der Forschung und Entwicklung stehen maßgeschneiderte Produktionslösungen im Mittelpunkt. Besonders die Berücksichtigung der mechanischen, chemischen oder korrosiven Belastbarkeit der Produkte unterliegen immer weiteren Ansprüchen. Somit können Sie in der Produktentwicklung und dem Produktmanagement Verantwortung für maßgeschneiderte Produktionslösungen übernehmen. Auch in der Prozesstechnik bieten sich spannende Berufsbilder, in denen nachhaltig Stoffumwandlungsprozesse technisch umgesetzt und nutzbare Zwischen- und Endprodukte entwickelt werden. Beispiele sind u.a. Pharmazeutika, Treibstoffe, Kosmetika, Düngemittel oder Lacke. Sie werden mit verfahrenstechnischen Methoden hergestellt und so modifiziert, dass sie die gewünschten Eigenschaften, wie Wirksamkeit und Lagerfähigkeit erhalten.

Gerade in der Forschung, Produktentwicklung und der industriellen Anwendung ist das chemische Fachwissen essentiell. Von thermischen Prozessen und Trenntechniken über Reaktionskinetik und der Wärme- und Stoffübertragung ist Spezialwissen gefragt. Ebenso fließen Erkenntnisse aus verfahrensund prozesstechnischen Theorien, aber auch Erfahrungen aus der experimentellen Arbeit ein. Dabei verarbeiten Chemie- und Verfahrensingenieure natürliche Rohstoffe, aber auch Zwischen- und Abfallprodukte im Industriemaßstab. Die detaillierte Protokollierung der Ergebnisse, die messtechnische Planung und die computergestützte Simulation komplexer Vorgänge gehören in dem Bereich zur täglichen Arbeit.

Sind Ihre Stärke ein ausgeprägtes Fachwissen und verfügen Sie über eine gute analytische Denkweise? Diese Stärken sind nicht nur in den fachlich geprägten Berufsbildern wie in der Forschung, Entwicklung, Produktion oder im Anlagenbau gefragt, sondern sie sind auch das Fundament für Managementpositionen.

Nutzen von Studiumsschwerpunkten für den Berufseinstieg

Durch die Studieninhalte des Chemieingenieurwesens und der Verfahrenstechnik sind im beruflichen Umfeld viele Spezialisierungen möglich. Die Vielseitigkeit des Studiums spiegelt sich auch in der Vielseitigkeit der Berufsfelder eines Chemie-, Verfahrens- und Prozessingenieurs wider. So setzen Sie durch Ihre Spezialisierung im Studium erste Weichen für Ihre berufliche Zukunft. Haben Sie sich z.B. auf Energietechnik spezialisiert, stehen Ihnen Berufsfelder in der Energiewirtschaft offen. Lag Ihr Schwerpunkt in der Prozesstechnik oder Verfahrenstechnik stehen Ihnen Berufsfelder z.B. im Anlagenbau in der chemischen Industrie offen.

Neben den allgemeinen Spezialisierungen können sie durch speziellere Vertiefungen wie der Lacktechnologie, Bioprozesstechnik, Agrartechnik, Wassertechnologie oder Kunststofftechnologie starke Grundlagen für Ihren beruflichen Einstieg schaffen. Gute Einstiegsmöglichkeiten gibt es auch in den Bereichen Umweltschutz, Explosion- und Brandschutz oder Anlagensicherheit. Auch der Automotiv- Bereich bietet spannende Perspektiven. Hier sind im Fahrzeugbau Themen wie Materialund Prozesstechnik gefragt. Gerade fortschreitende Entwicklungen der Elektromobilität schafft wichtige Einsatzbereiche in Energieerzeugung und –Transport, sowie der Akku und Batterietechnik. Gute Voraussetzungen für einen Einstieg in abwechslungsreiche und interdisziplinäre Arbeitsgebiete schaffen frühzeitige Praxisphasen in der Industrie.

Aufgrund zahlreich aufgestellter internationaler Unternehmen können gute Englischkenntnisse und ein solides Fachvokabular wichtig für den beruflichen Erfolg werden. Ebenso sollten Chemie- und Verfahrensingenieure Kommunikationsstärke mitbringen, um ihren Karriereweg als Teammitglied oder später auch als Teamleiter erfolgreich gestalten zu können.

Branchen für Chemie- und Verfahrensingenieure

  • Chemie-, Lack- und Kunststoffindustrie
  • Pharma-Industrie
  • Umwelt- und Energietechnik
  • Lebensmittelindustrie und Biotechnologie
  • Papier-, Holz- und Zellstoffindustrieƒ
  • Anlagenbau
  • Aufbereitungs- und Veredlungsbetriebe
  • Petrochemie, Erdöl und Erdölderivate
  • Forschungseinrichtungen
  • Automotivebranche

Erfolgsfaktoren für Chemie- und
Verfahrensingenieure

  • Fundiertes Fachwissen
  • Breites Grundlagenwissen in Mathematik, Physik, Chemie und ingenieurwissenschaftliches Spezialwissen
  • Experimentierdrang zur stetigen Weiterentwicklung
  • Begeisterung für komplexe Fragestellungen
  • Fähigkeit interdisziplinär zu denken
  • Kommunikationsstärke
  • Interkulturelle Kompetenz