Berufsperspektiven für Bauingenieure

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Berufsperspektiven für Bauingenieure

Spezialisten im Bereich Bauen sind gefragte Fachkräfte. Durch Ihre weitreichenden Kompetenzen, die sich über den Verkehrs- und Wasserbau hin zum Tunnel- oder Brückenbau erstrecken, gibt es viele Einsatzgebiete.

Bauingenieure bei der ArbeitIn den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in der deutschen Baubranche wieder angestiegen. Die wachsende Wirtschaft und die Energiewende brachten auch dem Baugewerbe einen Aufwind, sodass die Branche in 2014 ein Wachstum von ca. 7% vorzuweisen hatte. Die Wertschöpfung im Baugewerbe ist zu knapp 5% Teil der gesamten deutschen Bruttowertschöpfung, was den höchsten Wert seit zehn Jahren entspricht. Auf Grund der niedrigen Zinsen wird Bauen deutlich attraktiver. 2014 wurden Baugenehmigungen für über 285.000 Wohnungen ausgesprochen. Das ist ebenfalls der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren und zeigt, dass es mit der Branche wieder stark aufwärts geht.

Die vertiefend ausgebildeten Bauingenieure sind wahre Multitalente. Immer wichtiger werden sie in den Bereichen Umweltschutz und Regional- und Stadtplanung. Bauingenieure sind auch in weiteren spannenden Berufsfelder, wie dem industriellen Anlagenbau und dem Projektmanagement von Großprojekten gefragt. Im gesamten Ablauf, von der Planung über den Bau, die Instandhaltung bis hin zur Sanierung, ist der Bauingenieur durch sein Know-How eine wichtige Schlüsselposition.

Die Grundlagenkenntnisse in Mathematik, Physik und Statik, die das Bachelorstudium des Bauingenieurwesens prägen, werden über Wahlfächer wie Konstruktionslehre und Projektmanagement ergänzt. Sie liefern die Basis für einen erfolgreichen Berufseinstieg in den verschiedenen Branchen. Angehende Bauingenieure können sich bereits früh spezialisieren und somit schon erste Grundlagen für einen Einstieg in spezialisierte Berufsfelder legen. Sei es durch eine Spezialisierung im Konstruktiven Ingenieurbau, dem Umwelt- und Wasserwesen oder dem Verkehrswesen.

Bauingenieure können das Masterstudium dazu nutzten sich noch weiter zu spezialisieren und damit Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt für spezialisierte oder managementlastigere Positionen erhöhen. Das Bauingenieuren die Praxis wichtig ist, zeigen die Statistiken zum Studium. Über 52% der Studierenden im Bereich Bauingenieurwesen streben einen Fachhochschulabschluss an, lediglich eine Minderheit von knapp 2% eine Promotion.

Als Einstiegsmöglichkeit in den Beruf bieten sich je nach Spezialisierung die verschiedensten Herangehensweisen an. Im Projektmanagement sind die Studienfächer selten ausschlaggebend, da es dort oftmals auf die Soft Skills und interdisziplinäres Wissen ankommt. Gute Chancen haben Bauingenieure, insbesondere wenn sie durch Praktika und Jobs als Werksstudenten bereits erste Berufserfahrung sammeln konnten.Wichtig sind oftmals auch gute Englischkenntnisse. Je nach Branche, wie zum Beispiel dem Anlagenbau, kann es in Deutschland eine Export-Quote von bis zu 80% geben. Dies setzt die Kompetenz voraus, auch interkulturell agieren zu können. Deutschland ist seit Jahrzehnten im Bereich des Anlagenbaues technologischen sehr gut aufgestellt, was die hohen Exportzahlen widerspiegeln.

Gute Berufsperspektiven bieten auch Ingenieur- oder Beratungsfirmen und öffentliche Verwaltungen. Im Bauamt von Städten, Kreisen oder Gemeinden finden sich Bauingenieure genau so, wie in der Stadt- oder Regionalentwicklung. Auch Hersteller von Baumaschinen suchen nach Bauingenieuren. Sei es für die Entwicklung, die Qualitätssicherung oder den Vertrieb.

Derzeit gibt es deutschlandweit circa 14.000 Unternehmen, die im Baugewerbe tätig sind und mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen. Insgesamt sind dort dort ca. 767.000 Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommen etwa 30.000 Architektur- und Ingenieurbüros und circa 70.000 selbstständig, von Einzelpersonen geführte, Architektur- oder Ingenieurbüros. Diese beschäftigen über 450.000 Mitarbeiter.

Besonders gut verdienen Ingenieure im Anlagen- und Maschinenbau. Laut VDI erhöhte sich das Jahresdurchschnittsgehalt um rund 1.000€ auf insgesamt 62.800€. Der Anlagenbau ist zudem sehr vielseitig. Beim Bau komplexer Anlagen arbeitet der Anlagenbauer z.B. mit Elektrotechnikern, Versorgungstechnikern und Verfahrenstechnikern zusammen. Aus diesem Grund bedarf es außer dem reinen Ingenieurswissen eine systematische Vorgehensweise sowie Kenntnisse in Steuerungs- und Koordinationsprozessen. Ingenieure punkten hier durch Soft-Skills sowie praktischen Erfahrungen, die interdisziplinäres Arbeiten ermöglichen.

Bauingenieure können auch in der Forschung tätig werden. Spannende Forschungsfelder sind z.B. die Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit oder die Beständigkeit von Baumaterialien. Mit deutschlandweit ca. 131 Bachelor- Studiengängen in diesen Bereichen gibt es eine Vielzahl an universitären Instituten, die neben der Lehre auch Forschung betreiben. Zudem gibt es eine Reihe staatlicher und unabhängiger Institutionen, die Forschungsprojekte in Fachgebieten des Bauingenieurwesens durchführen.

Tätigkeitsbereiche für Bauingenieure

  • ƒAnlagenbau
  • Verkehrswesen
  • ƒWasserbau
  • Tunnel – und Brückenbau
  • ƒRegional- und Stadtplanung
  • Land- und Forstwirtschaft
  • ƒHochbau (Schlüsselfertig)
  • ƒStraßenbau
  • ƒDienstleistungsgewerbe

Erfolgsfaktoren für Bauingenieure

  • Gute Englisch-Kenntnisse
  • Berufserfahrung durch einschlägige Praktika
  • Interkulturelle Kompetenzen
  • Fundierte Kenntnisse in Mathematik, Physik und Statik
  • Analytische und strukturierte Arbeitsweise