Berufsperspektiven für Ingenieure

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In den letzten Jahren konnten sich Ingenieure über einen guten Arbeitsmarkt mit sehr vielen Jobs freuen. Trotz wachsender Absolventenzahlen fällt die Arbeitslosenquote so gering aus wie in kaum einer anderen Berufsgruppe.

Die Folge der anhaltenden positiven konjunkturellen Entwicklung in den High-Tech- und Science-Branchen, wie auch des Fachkräftemangels ergibt für Ingenieure gerade rosige Karriereperspektiven.

Auch die Anzahl an Stellenanzeigen, in denen ein Ingenieur-Studium gewünscht wurde, stieg weiter an. Studienplätze in Ingenieur-Disziplinen sind durch diese Aussichten deutlich gefragter. Somit stiegen auch die Zahlen der Neueinschreibungen an Fachhochschulen und Universitäten kräftig an.

Der Arbeitsmarkt

Berufsperspektiven für IngenieureAuf dem Arbeitsmarkt gibt es neben den klassischen Jobs für die Ingenieurbereiche wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Bauingenieurwesen auch sehr viele Jobs für Ingenieure in der Umwelt-, Sicherheits-, Medizin- und Werkstofftechnik sowie Wirtschaftsingenieure. Betrachtet man die Stellenanzeigen nach ihrer regionalen Aufteilung, wird besonders häufig nach den westlichen Bundesländern gesucht. Die Mehrzahl der Ingenieure arbeitet im industriellen Sektor. Nur rund 5 % sind im öffentlichen Dienst tätig.

Bei Absolventen ist neben dem fachspezifischen Wissen des jeweiligen ingenieurwissenschaftlichen Studienfaches ein besonders breites technisches Basiswissen gefragt, welches in den Unternehmen durch individuelle und spezifische Weiterbildung auf die jeweiligen Anforderungen und Produkte der Unternehmen weiterentwickelt werden kann. Besonders gerne gesehen, sind neben den technischen Fähigkeiten, Kenntnisse im wirtschaftlichen Bereich. Die Hauptaufgabe von Ingenieuren in ihrem Job ist es, möglichst effiziente Lösungen für technische Probleme zu finden. Dazu sind technisches Verständnis, Detailwissen im Anwendungsgebiet und Kreativität gefragt, um innovative Lösungen zu erarbeiten.

Die Frage, ob sich die Studienreform im Hinblick auf Bachelor- und Masterabschlüsse im Vergleich zum lang etablierten Dipl.-Ing. inzwischen am Arbeitsmarkt durchgesetzt hat, ist insofern schwer zu beantworten, als dass 75 % der Bachelorabsolventen direkt den Masterstudiengang anschließen. Laut des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) sind Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt gerne gesehen.

Klassische Branchen im Ingenieurwesen

Klassische Branchen im dem Ingenieure einen Job haben sind z.B. Fahrzeugbau, Werkzeugtechnik, Bauingenieurwesen und Werkstofftechnik. Bei dem Wort Ingenieur denken viele zuerst an die Maschinenbauer. Das ist nicht verwunderlich, denn der Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt derzeit die meisten Ingenieure und ist damit deutschlandweit Ingenieurarbeitgeber Nummer eins.

Maschinenbau

2014 konnten die Maschinen- und Anlagenbauer ein Gehaltsplus von 1.000 € auf rund 62.800 € im Jahr verzeichnen. Klassische Bereiche im Job sind Konstruktion und Produktion von Maschinen jeglicher Art. Sei es in der Antriebs- und Fördertechnik, in der Land- oder Energiewirtschaft oder im Bergbau. Dabei sind die Tätigkeitsfelder im Job von Maschinenbauingenieuren in den letzten Jahrzehnten um einiges vielfältiger geworden. Optische Technologien, Robotik, Mikrosystemtechnik, Mess- und Steuerungstechnik sowie Luft- und Raumfahrttechnik sind hier nur einige Beispiele von vielen. Absolventen aus dem Bereich Maschinenbau stehen also vielfältige Möglichkeiten offen – hier lohnt es, sich frühzeitig über alle Möglichkeiten zu informieren und bereits im Studium die Weichen in die gewünschte Richtung zu stellen.

Elektrotechnik

Elektrotechnik gilt als die Ingenieursdiziplin mit der größten Interdisziplinarität. Ob Informations- und Kommunikationstechnik, Elektrizitätswirtschaft, Maschinenbau, Verfahrens-, Fahrzeug-, Umwelt- und Medizintechnik, oder Luft- und Raumfahrttechnik – Die Elektrotechnik gilt als Schlüsseltechnologie und ist unverzichtbar, um mit dem Fortschritt und den Anforderungen der heutigen Zeit Schritt halten zu können. Innovationen wie Elektromobilität, Smart Grids, Mikrotechnik und Embedded Systems sind ohne die heute gut ausgebildeten Elektroingenieure nicht denkbar. Aufgrund der Zusammenarbeit mit den zahlreichen anderen Abteilungen, Standorten und Ländern zählt Teamfähigkeit bei Elektroingenieuren übrigens nicht als obsoletes Modewort, sondern ist im Job unerlässlich. Beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben Elektroingenieure also, wenn sie als Teamplayer mit Spezialisierung in gefragten Zukunftstechnologien auftreten und dabei Interesse an kreativer Problemlösung haben. Hier konnten Ingenieure laut VDI 2014 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 62.800 € erzielen.

Verfahrenstechnik

Die Verfahrenstechnik ist das Ingenieurfach mit dem größten Bezug zu den Naturwissenschaften wie Physik, Chemie und Biologie. Ursprünglich kommt die Verfahrenstechnik aus der chemischen Industrie. Daher gibt es viele Überschneidungen zu den Tätigkeitsfeldern eines Chemieingenieurs. Zu den klassischen Tätigkeitsfeldern im Job eines Verfahrenstechnikers zählen alle Bereiche der Maschinenbau-Branche aber auch die Pharma-, Chemie-, Lebensmittel-, Medizin- sowie Energie und Umwelttechnik. Besonders innovativ sind die wachstumsstarken High-Tech-Bereiche wie die Bio- und Nanotechnologie. Die Verfahrenstechnik ist bestens geeignet für Problemlöser, die sowohl naturwissenschaftliches als auch technisches Wissen anwenden möchten.

Fahrzeugtechnik

Die Automotive-Branche zählt zu den klassischen Ingenieurs-Branchen. Dabei hat sich das Berufsbild in den letzten Jahren sehr gewandelt und hebt sich deutlich vom reinen Fahrzeugbau ab. Die Konstruktion von Fahrzeugen findet zunehmend am PC und nicht mehr am Reißbrett statt und auch die Fahrgastzellen sind mittlerweile Kleinstcomputer, deren Entwicklung Ingenieurwissen auf höchstem Niveau erfordert. In der Fahrzeugtechnik sind typische Arbeitgeber Automobilhersteller,
Land- und Baufahrzeughersteller sowie deren Zulieferer aber auch alle Betriebe rund um den Schiff- und Schienenfahrzeugbau. Absolventen der Automotive-Studiengänge stehen somit auch zunehmend Positionen offen, bei denen wirtschaftliche Fragestellungen einen sehr hohen Stellengrad haben. Hierzu zählen z.B. Ingenieurdienstleister, Berater-Unternehmen, Versicherungen sowie Prüf- und Zulassungsstellen. Unabhängig von der Position konnten laut VDI Ingenieure in der Automobilbranche 2014 durchschnittlich 2.000 € mehr verdienen als im Vorjahr. Berufserfahrene Ingenieure kommen somit auf ein Jahreseinkommen von 66.000 €.

Zukunftsbranchen

Innovationen sind die Zukunft der Industrie- und High-Tech-Branche. So gilt laut VDE z.B. die Biomedizinische Technik als Zukunftstechnologie. Innovationen in diesem Bereich basieren auf Kreativität und Leistungsfähigkeit exzellent ausgebildeter Fachkräfte auf dem Gebiet der biomedizinischen Technik, den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie von Medizinern. Wer also gerne interdisziplinär arbeitet und seinen Innovationsgeist in das Zeichen der Gesundheitsversorgung setzen möchte, sollte die biomedizinische Technik als Arbeitsgebiet in Erwägung ziehen.

Daher lohnt sich neben den klassischen Branchen auch der Blick auf Branchen im Bereich der Chemietechnik, Pharmatechnik, Umwelttechnik, des Anlagenbaus und der Biotechnologie. Diese Industriesektoren liefern einen spannenden Arbeitsmarkt für Ingenieure, die gerne interdisziplinär denken und arbeiten möchten.

Auch die großen Innovationsfragen der heutigen Zeit liefern Karriereperspektiven für Ingenieure. Die Sicherung der Energieversorgung unter Rücksichtnahme auf dem Klimawandel durch erneuerbare Energien sowie intelligente Stromverteilung und Speicherung; die demographische Entwicklung und die damit verbunden Anforderungen auch in der Robotik im Gesundheitswesen; die Bekämpfung der Cyberkriminalität sind nur einige Beispiele, welche neue Technologie erfordern. Hier ist die Innovationskraft der Ingenieure gefragt.

Einsatzgebiete für Ingenieure

Die Einsatzgebiete für Ingenieure in einem Unternehmen sind vielfältig und ziehen sich durch sämtliche Unternehmensbereiche. Die Entscheidung in welchem Unternehmensbereich die Karriere starten soll, ist eine erste Weichenstellung für die Zukunft im Job und den konkreten Karriereweg. Wer schon gute Vorstellungen von seinem beruflichen Werdegang hat, sollte gleich versuchen, in der entsprechenden Abteilung wie Forschung & Entwicklung, Produktion, Konstruktion, Einkauf, Montage, Qualitätsmanagement, Vertrieb oder Produkt- bzw. Projektmanagement einzusteigen. Für andere ist der Einstieg über die heiß begehrten Trainee-Stellen eine Möglichkeit, gleich zu Beginn des Karriereweges verschiedene Unternehmensbereiche kennenzulernen.

Einkommen für Ingenieurwissenschaftler

Laut dem VDI entwickeln sich die Gehälter von Ingenieuren positiv. 2014 stieg das durchschnittliche Ingenieureinkommen um rund 3 % auf 61.600 € im Jahr an. Bei Absolventen betrug die Steigerung 2014 etwa 0,9 % und lag damit bei 45.000 €. Der eher geringe Anstieg der Einstiegsgehälter kann durch die Einführung des Bachelor-Abschlusses sowie die doppelten Abitur-Jahrgängen erklärt werden.

Darüber hinaus liegen laut VDI die Einstiegsgehälter von Ingenieuren in der Chemie- und Pharmaindustrie am höchsten. 2014 haben Absolventen dieser Branche durchschnittlich 52.600 € verdient.

Bei Ingenieuren sind die Einkommensunterschiede von Frauen und Männern heutzutage nicht mehr gravierend. Währen über alle Berufsgruppen hinweg der Gehaltsunterschied rund 22 % beträgt, verdienten Männer in den Ingenieurberufen laut VDI nur rund 4,6 % mehr als ihre Kolleginnen mit vergleichbarer Qualifikation.

Oft stellt sich bei Ingenieuren die Frage nach den Verdienstmöglichkeiten in der eigenen Branche. Hierzu haben wir Ihnen in dem Artikel „Eine Frage des Geldes“ umfangreiche Informationen, Gehaltszahlen und Entwicklungen zusammengestellt.

Um sich über aktuelle Stellenanzeigen zu informieren, stehen spezialisierte Jobbörsen wie jobvector zur Verfügung. Auch Recruiting- und Branchenmessen können spannende Karriereperspektiven bieten. Nutzen Sie hierzu besonders Fachportale und Fachmessen wie die jobvector career days, die sich auf Ihren Studiengang und die gewünschte Branche spezialisiert haben.

Ingenieure, die zurzeit oder in naher Zukunft auf Jobsuche sind, können optimistisch in die Zukunft blicken. Der Arbeitsmarkt bietet Ihnen viele interessante Karriereperspektiven und Einstiegsmöglichkeiten.

Regional betrachtet verdienen Ingenieure im Rheinland mit 65.000 € am meisten. Das liegt vor allem daran, dass in Städten wie Köln, Leverkusen und Düsseldorf besonders viel Chemische Industrie zu finden ist.

Zusammenfassung über die Berufsperspektiven für Ingenieure:

  • Karriereperspektiven für Ingenieurwissenschaftler momentan sehr gut
  • ƒSpannende Entwicklungsmöglichkeiten in Branchen wie: Medizintechnik, Chemietechnik, Umwelttechnik, Anlagenbau und Pharmazie
  • Gehälter für Ingenieure weiter gestiegen
  • Fachwissen von Ingenieuren in der Forschung & Entwicklung gefragt, aber auch in Produktion, Vertrieb und Qualitätswesen
  • Innovationsfragen liefern neue Karriereperspektiven für Ingenieure