Berufsperspektiven für Mediziner

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Es gibt viele Gründe, den Beruf eines Mediziners anzustreben. Dieser Berufsstand hat eines der höchsten Ansehen in Deutschland. Viele junge Menschen möchten Mediziner werden, um anderen Menschen zu helfen. Mediziner erwarten vielseitige Karriereperspektiven. So sind Ärzte auch immer mehr in Positionen fernab der kurativen Medizin gefragt. Ob in der Industrie, in Forschungseinrichtungen oder in öffentlichen Ämtern – die Berufsmöglichkeiten eines Mediziner sind heute vielseitiger denn je.

Berufsperspektiven für Mediziner1Bereits während des Studiums legen Mediziner wichtige Weichen für Ihren zukünftigen Karriereweg. Die meisten Mediziner entscheiden sich für eine Promotion zum Dr. med. Die Promotion kann je nach Wahl des Themas einige Monate, oder im Fall einer intensiven experimentelle Promotion einige Jahre dauern. Wenn der Karriereweg in Richtung Forschung gehen soll, ist eine experimentelle Doktorarbeit eine gute Basis.

Kurative Medizin

Entscheidet sich der Mediziner nach der medizinischen Ausbildung zu einer weiteren 4- bis 6-jährige Facharztausbildung, legt er durch die Wahl der Fachrichtung thematische Schwerpunkte für das spätere Arbeitsfeld. In dieser Zeit ist er als Assistenzarzt unter Aufsicht eines leitendes Arztes tätig. Langfristig steht der Weg bis zum Ober- oder Chefarzt offen. Ärzte, die nicht in einem Krankenhaus arbeiten möchten, haben die Möglichkeit eine eigene Praxis zu eröffnen oder in Ärztehäusern und Gemeinschaftspraxen tätig zu sein. Im Alltag ist sowohl in der Klinik als auch in Praxen eine hohe Einsatzbereitschaft gefragt. Bereitschaftsdienste, Nachtschichten und Überstunden sind nicht selten. Die Belohnung für diesen Einsatz ist, dass man tägliche Leiden lindern oder gar Leben retten kann.

Wie auch bei Selbstständigen in anderen Branchen, ist das Gehalt von niedergelassenen Ärzten schwer zu ermitteln. Ärzte, die in kommunalen Krankenhäusern arbeiten, werden nach Tarif bezahlt und kommen so auf ein Monatsbruttogehalt von im Schnitt 4.200 €. Das Fachgebiet des Arztes ist dabei der entscheidende Faktor. So verdienen Radiologen beispielsweise wesentlich mehr als Allgemeinmediziner. Als Chefarzt oder Spezialist in bestimmten Fachgebieten ist das Gehalt weitaus höher und kann bei bis zu 22.000 € pro Monat liegen.

Arbeits- und Betriebsmedizin

Die Tätigkeit als Arzt in der Arbeits- und Betriebsmedizin bietet aufgrund des Nachwuchsmangels hervorragende Karriereperspektiven. Sie beschäftigen sich mit arbeits- und umweltbedingten Gesundheitsschäden, wie z.B. der Schweißerlunge oder Asbestose und sind somit die Schnittstelle zwischen Arbeitsumfeld und Arbeitnehmer. Im Vergleich zur Tätigkeit als Arzt in einer Klinik übernehmen Arbeitsmediziner keine kurativen Aufgaben, sondern arbeiten präventiv.

Berufsperspektiven für MedizinerNeben dem medizinischen Wissen sind je nach Unternehmen Kenntnisse in der Chemie, Biologie und Physik wichtig. Zudem gilt es sich intensiv mit der Gesetzlichen Unfallversicherung, dem Arbeitssicherheitsgesetz auseinanderzusetzen. Die Qualifikation zum Arbeits- und Betriebsarzt nennt sich Facharzt für Arbeitsmedizin und dauert 5 Jahre. Sie überprüfen Arbeitszeiten und Abläufe, sind verantwortlich für betriebliche Gesundheitsförderung und erstellen Konzepte für die notfallmedizinische Versorgung und Erste-Hilfe- Richtlinien. Mediziner in der Arbeits- und Betriebsmedizin sind auch verantwortlich für Berufskrankheiten, die Wiedereingliederung von chronisch kranken Mitarbeitern und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Arbeitnehmern.

Medizintechnik

Medizinern steht auch der Weg in die Medizintechnik offen. Um Krankenhaustechnik, medizinische Geräte und bildgebende Verfahren zu entwickeln, sind fundiertes Wissen über den Menschen und seine Reaktion auf Umweltbedingungen unerlässlich, damit beim Patienten kein Schaden entsteht. Mediziner stellen hierbei die Schnittstelle zwischen Medizin, Management und Produktentwicklungen dar.

Für die Branche der Medizintechnik, sollten Mediziner betriebswirtschaftliches Verständnis mitbringen. Einige Hochschulen bieten spezielle Weiterbildungen an, um insbesondere die nötigen ingenieurwissenschaftlichen Kenntnisse zu vermitteln, damit die Mediziner die Ideen für medizinische Geräte auch technisch umsetzten können. Die Karrieremöglichkeiten in diesem Gebiet sehen sehr gut aus und selbst der Wechsel zwischen den Unternehmenssparten der Medizintechnik-Branche ist mit Berufserfahrung problemlos möglich.

Medizininformatik

Wenn Sie als Mediziner eine hohe Affinität zu Informatik-Themen haben, können Sie auch eine Karriere in der Medizininformatik anstreben. Medizininformatiker können sowohl in der Entwicklung als auch in der Implementierung von Software im Support und Vertrieb tätig sein. Computer und Programme sind in vielen medizinischen Bereichen essentiell z.B. in der Klinikverwaltung, für die Abrechnung mit den Krankenkassen, den Aufbau von Datenbanken zu Substanzen und deren (Neben-)Wirkungen bis hin zum Modellieren von Abläufen im menschlichen Körper. Ein weiteres wichtiges Gebiete der Medizininformatik ist die digitale Patientenakte.

Je nach Unternehmensgröße ist der Medizininformatiker für die tatsächlichen Programmierung oder für die Projektierung der Anwendungen verantwortlich. IT- Kenntnisse werden in jedem Fall vorausgesetzt, um besser abzuschätzen zu können, ob ein Projekt realisierbar ist. Die Medizininformatik-Branche ist aufstrebend, sodass sich für Mediziner vielseitige Einsatzmöglichkeiten und Karriereperspektiven bieten.

Medizinisches Qualitätsmanagement

Wer nicht ganz dem Klinikalltag aufgeben möchte, kann auch im Klinik-Management tätig werden. Qualitätssichernde Maßnahmen sind heute keine freiwillige Selbstverpflichtung mehr, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Für Mediziner ergeben sich somit im Qualitätsmanagement weitere interessante Perspektiven.

Wer im Bereich medizinisches Qualitätsmanagement tätig werden möchte, muss neben dem abgeschlossenen Medizinstudium über ausreichend Klinikerfahrung verfügen. Sie fungieren als Vermittler zwischen Experten aus verschiedenen medizinischen Ebenen und verwaltenden Bereichen. Als Mediziner im Qualitätsmanagement sollten Sie Erfahrungen im Krisenmanagement haben, mit Konflikten umgehen können sowie eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Im medizinischen Qualitätsmanagement sind neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten auch medizinisches Fachwissen erforderlich, um administrative Abläufe zu gestalten und zu optimieren. Daher können Mediziner außerdem eine Weiterbildung oder ein Aufbaustudium in Gesundheitsmanagement oder Krankenhaus-Betriebswirtschaft absolvieren.

Sie implementieren und entwickeln Qualitätsmanagement- Systeme oder erstellen Qualitätsberichte für die gesetzlichen Krankenkassen. Darüber hinaus sind Sie für die Qualitätssicherung in der stationären und ambulanten Versorgung verantwortlich, um die Behandlungsabläufe und die Patientenversorgung zu verbessern. Dabei müssen neben Hygiene- und ISO- auch Sicherheitsstandards eingehalten werden. Die Tätigkeit als medizinischer Qualitätsmanager ist eine Alternative zur kurativen Medizin und bietet großartige Chancen für den medizinischen Nachwuchs.

Versicherungswesen und Behörden

Wer einen Arbeitsalltag ohne Patientenkontakt wünscht, kann nach seiner Facharztausbildung einen Berufseinstieg in die Versicherungsbranche in Betracht ziehen. Sie können z.B. bei Kranken-, Lebens- und Unfallversicherungen beginnen. In den Gesundheitsämtern sind Mediziner unter anderem im Sozialpsychiatrischen Dienst tätig, sie führen Einschulungsuntersuchungen mit Kindern und Einstellungsuntersuchungen bei Erwachsenen durch. Auch die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung bieten zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten. Dazu ist Wissen über Krankenversicherungsrecht und Versicherungsmathematik von großem Vorteil.

Mediziner in der Pharmabranche

Mediziner sind auch in der Pharmaindustrie bzw. allen Branchen, die sich mit der menschlichen Gesundheit beschäftigen gefragt. So ist die klinische Forschung und die Arzneimittelentwicklung ohne Mediziner undenkbar. In der Pharmabranche gibt es vielfältige Karriereoptionen für Mediziner – vom Marketing, über die Forschung und Entwicklung bis hin zum Vertrieb.

Egal für welche berufliche Richtung der Mediziner sich entscheidet, abwechslungsreiche Aufgabenbereiche und spannende Herausforderungen sind Alltag und auch in Krisenzeiten ist eine Beschäftigung als Mediziner sicher.

Arbeitsgebiete für Mediziner

  • Krankenhäuser, Klinken und Praxen
  • ƒ Medizinische Labore
  • ƒ Rehabilitationszentren
  • ƒ Medizinische Forschung
  • ƒ Gesundheitsämter und Gutachterkommissionen
  • ƒ Ärztekammern
  • ƒ Krankenversicherungen
  • ƒ Medizinische Lehre an Universitäten
  • ƒ Pharmabranchen
  • ƒ Medizintechnik und -Informatik
  • ƒ Klinik-Management
  • ƒ Interessenvertretungen
  • ƒ Consulting-Firmen
  • ƒ Medizinmedien
  • ƒ Arbeits- und Betriebsmedizin