IngenieurIn der Elektro- und Informationstechnik – Traumberuf mit Zukunft

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Exzellente Karrierechancen

IngenieurIn der Elektro- und Informationstechnik ist ein Traumberuf mit exzellenten Karrierechancen, Berufsstarter beschreiben ihn als krisensicher, abwechslungsreich und kreativ. Der Einstieg von der Hochschule in den Beruf gelingt in den meisten Fällen schnell: 53 Prozent der Absolventen verschicken bis zum Berufsstart weniger als fünf Bewerbungen und bekommen nach spätestens drei Vorstellungsgesprächen ihren ersten Arbeitsvertrag. Das zeigt die Studie „Young Professionals der Elektro- und Informationstechnik 2015“, für die der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) über 200 Berufseinsteiger befragte. Sieben von zehn der Befragten bezeichnen ihren Beruf als abwechslungsreich und kreativ, für 61 Prozent bietet er gute Karriereaussichten. 17 Prozent geben an, bereits Personalverantwortung zu haben, 56 Prozent streben diese an und 26 Prozent erwarten sie innerhalb der nächsten drei Jahre. Knapp die Hälfte der Befragten sieht ihn als krisensicheren Beruf an, der sehr kommunikativ ist. Für 60 Prozent leistet der Ingenieurberuf viel für die Gesellschaft. Trotz großer Arbeitsbelastung wie Überstunden und gelegentlicher Wochenendarbeit sind nur 12 Prozent der Befragten der Meinung, dass sie ihre sozialen, familiären Bedürfnisse nicht mit ihren beruflichen Pflichten in Einklang bringen können.

Steigender Bedarf an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik

Dass der Beruf Ingenieur der Elektro- und Informationstechnik nicht nur interessant ist, sondern auch hervorragende Karrierechancen eröffnet, liegt unter anderem an der wachsenden Bedeutung der Elektrotechnik/Informationstechnik und dem entsprechend steigenden Bedarf an Nachwuchskräften. Sie werden nicht nur in den klassischen Kernbranchen, sondern auch in immer mehr Anwenderbranchen im industriellen und im Dienstleistungsbereich gesucht.

In den letzten Jahren waren die Absolventenjahrgänge stets kleiner als der vom VDE geschätzte jährliche Bedarf an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik in Deutschland – selbst in der konjunkturschwachen Phase. Auch die Arbeitsmarktzahlen gestalten sich erheblich günstiger als bei anderen Berufen und gehören zu den besten unter den Ingenieur-Fachdisziplinen. Wenn das Interesse am Studium der Elektrotechnik/Informationstechnik in Zukunft allerdings nicht wächst, wird Deutschland in den kommenden Jahren höchstens den Ersatzbedarf, aber nicht den Zusatzbedarf an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik decken können.

Bereits heute sehen sich Unternehmen und Hochschulen mit dem Problem des Elektroingenieurmangels konfrontiert. 57 Prozent beklagen, dass es in der Ingenieurbelegschaft zu wenig jüngere Nachrücker gibt. Die Engpässe beim Nachwuchs betreffen Unternehmen und Hochschulen gleichermaßen. Gesucht werden Ingenieure und Ingenieurinnen der Elektro- und Informationstechnik hauptsächlich im Bereich Planung / Projektierung / Engineering, Forschung & Entwicklung und IT & Software, aber auch in Produktion & Montage sowie Vertrieb & Marketing. Dies sind Ergebnisse des „VDE-Trendreports 2016: Internet der Dinge / Industrie 4.0“, der auf einer Umfrage der 1.300 VDE-Mitgliedsunternehmen sowie Hochschulen basiert. 92 Prozent schätzen die Berufschancen der Hochschulabsolventen und Young Professionals der Elektro- und Informationstechnik als gut ein. Der Trend zu Industrie 4.0, Elektromobilität, Smart Grids und Smart Cities wird nach Meinung von 86 Prozent der Befragten den Bedarf an Elektroingenieuren und IT-Experten weiter erhöhen.

Deshalb engagieren sich viele Unternehmen und Verbände in der Elektro- und IT-Branche verstärkt dafür, junge Leute und insbesondere auch mehr Frauen für das Studium und den Beruf der Elektro- und Informationstechnik zu gewinnen. Beispiele dafür sind Initiativen wie „Komm mach MINT“ und „Girls‘Day“.

Berufsbild im Wandel

Trotz hervorragender Berufsperspektiven ist der Beruf „Ingenieur der Elektro- und Informationstechnik“ aber keineswegs ein Selbstläufer. Denn er erfordert zum Beispiel gute Grundkenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften, Talent und Interesse für technische Lösungen, ein hohes Maß an Kreativität und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Zudem wird der Ingenieurberuf immer mehr von Schnittstellen geprägt: Schnittstellen zwischen Systemen und Komponenten, Schnittstellen der verschiedenen Dienstleistungen rund um das Produkt, zwischen Hard- und Software, zwischen den Abstraktionsebenen, internationale und auch interdisziplinäre Schnittstellen sowie Mensch-Maschine-Schnittstellen. Einerseits wachsen damit die Anforderungen an Berufseinsteiger, andererseits bietet der Ingenieurberuf aber auch vielfältigere Einstiegspositionen und Entwicklungsmöglichkeiten, von Gebieten wie E-Mobility über Smart Grids bis zu Industrie 4.0 oder Telemedizin.

Networking und Soft Skills werden immer wichtiger

Angesichts des Wandels hat der Ingenieur Marke „Daniel Düsentrieb“, der in seiner Werkstadt im Alleingang geniale Lösungen zusammenschraubt, längst ausgedient. Auch wenn es natürlich weiterhin herausragende Leistungen Einzelner gibt, welche die Wissenschaft und Technik ein entscheidendes Stück voranbringen, entstehen Innovationen heute meist im Team – und im Kontext der erwähnten Schnittstellen. Daher spielen auch Soft Skills und Networking eine immer größere Rolle bei der Karriereplanung. Das größte bundesweite Nachwuchs-Netzwerk in der Elektro- und Informationstechnik ist das VDE YoungNet. In ihm sind über 8.000 studentische Mitglieder und 6.000 Young Professionals organisiert. Die Plattform bietet ihren Mitgliedern ein speziell auf die Anforderungen von Studierenden und Berufsstartern abgestimmtes Angebot.

So erhalten Studenten Informationen über das Studium und bei Fragen Hilfe von Kommilitonen. Zu den Angeboten des VDE YoungNet zählen eine intensive Berufsvorbereitung, Seminare und Veranstaltungen. Young Professionals im VDE YoungNet können spezifische Angebote zum Berufseinstieg nutzen. VDE-Mitglieder erhalten einen vollständigen Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Elektrotechnik und Informationstechnik.

Karriere mit „Köpfchen“

Innovationen entstehen in den Köpfen – dieser Satz ist inzwischen schon ein Gemeingut geworden. Aber auch eine Karriere als Ingenieur der Elektro- und Informationstechnik verlangt viel Köpfchen: zum einen fachlich, zum anderen mit Blick auf Networking und Soft Skills. Wer dazu bereit ist, sich diese zu erwerben, findet als Ingenieur der Elektro- und Informationstechnik faszinierende Tätigkeitsfelder, exzellente Karrierechancen und einen nahezu krisenfesten Job.

Dr. Walter Börmann,
Leiter Kommunikation + Public Affairs im VDE

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