IT-Consultant – Steile Lernkurve, abwechslungsreiche Aufgaben und gute Aufstiegschancen

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Tim Brutscher, Young Professional bei der Software AG, berichtet im Interview über seinen Arbeitsalltag als IT-Consulant, abwechslungsreiche Kundenprojekte und seinen persönlichen Weg vom Praktikanten zum Berater.

Vom Informatik-Student zum IT-Consultant. Wie hat sich Ihr Weg bis heute gestaltet?

Während meiner Schulzeit konnte ich bereits spannende und sehr lehrreiche Praktika bei der Software AG absolvieren. Diese, für mich richtungsweisenden, Erfahrungen waren ausschlaggebend für meine Entscheidung ein Informatik-Studium in Kooperation mit dem Unternehmen aufzunehmen. 2008 bewarb ich mich schließlich für das kooperative Informatik-Studium (KoSI), welches die Software AG anbietet.

Heute bin ich im Produktbereich webMethods tätig und entwickle, beispielsweise mit einem auf JSF basierendem Framework, komplexe und zugleich intuitive Webanwendungen. Aber auch beim Aufbau eines auf dem SOA-Prinzip basierenden Enterprise Service Bus, sowie der Entwicklung komplexer und kundenspezifischer BPM-Prozesse berate ich zahlreiche Kunden.

 

Wieso hat es Sie in Richtung IT-Consulting verschlagen? Was war ausschlaggebend, was hat Sie daran gereizt?

Während meines Master-Studiums konnte ich bereits für zwei Wochen Einblick in den Alltag eines Consultants erhalten. Dabei habe ich erfahren, was es heißt, täglich mit neuen bzw. wechselnden Anforderungen der Kunden konfrontiert zu werden.

Zudem bietet der Job als Berater den Reiz, unterschiedlichste Einsatzbereiche kennenzulernen, da die Kunden eines Software-Unternehmens nahezu alle Branchen (u. a. Banken, Versicherungen, sowie Einzelhandels-, Fertigungs- oder Infrastrukturunternehmen) vertreten. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Kundenbranchen bringt zusätzlich den Vorteil, von Kunde zu Kunde mit neuen Technologien oder IT-Systemen arbeiten zu dürfen.

Die Summe aus all diesen Herausforderungen macht für mich den Job als IT-Consultant äußerst attraktiv und lohnenswert für meine persönliche Weiterentwicklung.

 

Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitsalltag im Consulting aus?

Der typische Einsatzort eines Consultants ist zunächst bei den Kunden vor Ort, wobei es mittlerweile auch einige Projekte gibt, für die eine Remote-Arbeit möglich ist.

Neben der reinen Entwicklung der kundenspezifischen Softwarelösung ist man zudem in ständigem Kontakt mit den Projekt-Stakeholdern (wie Software-Anwender, Projektleiter, Software-Entwickler etc.) bzw. unterschiedlichen Fachbereichen, die Input zum aktuellen Projekt geben. Dabei werden zum Teil kontroverse Diskussionen geführt, wobei die Aufgabe des Consultants unter anderem das Zusammenfassen der gesammelten Ergebnisse beinhaltet, die anschließend von allen Beteiligten „abgesegnet“ werden müssen. Darüber hinaus gehören auch Präsentationen über aktuelle Entwicklungsstände vor Vorstandsmitgliedern des Kunden zum Arbeitsalltag eines IT-Consultants.

 

Wie läuft denn ein typisches Projekt in der Praxis ab?

Typischerweise findet vor dem Entwicklungsstart eine Analysephase statt. Hier wird der Umfang des Projekts (Scope) definiert und die Kernaufgaben der zu entwickelnden Software ausgearbeitet.

Während der eigentlichen Entwicklungsphase gibt es einen ständigen Austausch mit den Fachbereichen. Abhängig vom Entwicklungsmodell können neue Anforderungen aufgenommen oder bereits vorhandene geändert werden. Diese Anforderungen werden ständig in Form eines Fachkonzeptes festgehalten. Zudem finden Demos vor Fachbereichen oder auch künftigen Benutzergruppen statt.

Am Ende der Entwicklung steht die Testphase, in welcher die entwickelte Software anhand des Fachkonzeptes überprüft wird. Folgt die Freigabe durch das Testteam, kann die Software in den Produktionsbetrieb übergehen.

 

Ein IT-Consultant muss meistens eine hohe Reisebereitschaft und Flexibilität mitbringen. Wie passt an dieser Stelle Privat- und Berufsleben zusammen?

Auch die Tätigkeit als Consultant bietet viele Möglichkeiten Berufs- und Privatleben sehr gut zu vereinbaren. Viele Kunden bieten z. B. die Möglichkeit der Remote-Arbeit an. So kann man entweder direkt von zuhause oder von der nächstgelegenen Software AG-Niederlassung aus arbeiten.

Grundsätzlich bemühen sich meine Vorgesetzten, uns Berater immer bei nächstgelegenen Kundenprojekten einzusetzen, sodass die Reisezeiten möglichst gering gehalten werden.

 

Einen großen Teil Ihrer Arbeitszeit verbringen Sie beim Kunden. Welche Sozialkompetenzen sind hier gefragt?

Ein sicheres Auftreten sollte die Grundlage bilden. Zudem sind gute Präsentationsfähigkeiten, die gerade bei der Vorstellung von aktuellen Entwicklungen vor dem Kunden gefragt sind, äußerst vorteilhaft.

In den Projekten kann es darüber hinaus auch das eine oder andere Mal zu hitzigen Diskussionen kommen. In solchen Situationen ist es unerlässlich, die Ruhe zu bewahren und faktenbasiert die Diskussionen zu führen.  

 

Wie unterscheidet sich die Arbeit eines IT-Consultants beispielsweise zu derjenigen im Bereich Forschung und Entwicklung?

Während Kollegen aus der Entwicklung genaustes Wissen über ein Produkt oder einen Produktbestandteil aufweisen, muss ein Consultant das Produkt einerseits ausreichend kennen und andererseits in der Lage sein, dieses gewinnbringend für den Kunden einzusetzen. Daher arbeitet ein Berater im Gegensatz zur Produktentwicklung stärker anwendungsfallorientiert.

Allerdings gibt es einen ständigen Austausch zwischen Kollegen aus der Entwicklungsabteilung und dem bei einem Kunden eingesetzten Consultant. So entstehen unter anderem neue Produktideen und vorhandene Produktbestandteile können auf Basis von wiederkehrenden Kundenwünschen ständig verbessert werden.

 

Welche Perspektiven ergeben sich für Sie im Bereich Consulting?

2017 konnte ich erfolgreich den „Junior“-Titel ablegen. Nun stehen die nächsten Schritte in meiner persönlichen Entwicklung an. Dabei ergeben sich verschiedene Möglichkeiten: Ob auf der technischen Ebene, im Bereich Projektmanagement oder auch im People Management stehen mir die Türen offen. Für mich persönlich sind alle drei Wege äußerst interessant.

 

Welchen Rat können Sie Auszubildenden im IT-Bereich und Studierenden der Informatik geben?

Ein Praktikum zu absolvieren ist, wie ich finde, immer ratsam. Mir persönlich hat diese Möglichkeit die schwierige Entscheidung über die Berufswahl erleichtert. Auch während meines Master-Studiums habe ich diese Gelegenheit nochmals genutzt, um mir absolut sicher zu sein. Mit der Bewerbung als IT-Consultant bei der Software AG habe ich den ersten Schritt in Richtung beruflicher Karriere gewagt und kann gespannt in die Zukunft blicken.

 

 

 

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