Berufsperspektiven für Elektroingenieure

In der heutigen Zeit schreitet der Fortschritt immer rasanter voran. Elektroingenieure entwickeln technische Geräte und Verfahren und gestalten somit unsere Zukunft mit einem wachsendem Lebensstandard. Zudem sorgen Energiewende und die Vernetzung von Maschinen, Anlagen und Produktionsprozessen im Rahmen der Industrie 4.0 für einen hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Vor diesem Hintergrund sehen die Zukunftsaussichten für Elektroingenieure daher überaus erfolgversprechend aus.

Beschäftigungsfelder der Elektroingenieure

Für Elektroingenieure eröffnet sich eine besonders breite Beschäftigungsvielfalt. Denn je nach Studienschwerpunkt können die Einsatzgebiete und Branchen sehr unterschiedlich sein. Darüber hinaus gestaltet sich die Ausübung des Jobs sehr interdisziplinär und bietet von der Medizin bis zur Raumfahrt vielfältige Möglichkeiten der fachübergreifenden Zusammenarbeit. In Forschung und Entwicklung können Elektroingenieure ihr Fachwissen sogar mit ihrer Kreativität verbinden.

Gerade in Branchen wie Fahrzeugtechnik, Medizintechnik oder Energietechnik ist die Elektrotechnik innovationsstark. Hier entwickeln Elektroingenieure beispielsweise komplexe Steuergeräte, die heutzutage für jedes moderne Auto essenziell sind. Elektromotoren sind nicht nur Teil modernster kraftstofffreier PKWs, sondern auch im Alltag überall zu finden – Zahnbürsten, Rolltreppen und Förderbänder machen das Leben einfach angenehmer.

Informationstechnologie in der Elektrobranche

Die Informationstechnologie ist ein Teilbereich der Elektrotechnik und bietet damit ca. ein Drittel aller Stellenangebote. Sogar Unternehmen, die eigentlich nicht zur IT Branche zählen, wie z. B. Automobilkonzerne, brauchen Elektroingenieure für genau dieses IT-Segment. Somit fallen bei der Herstellung von Fahrzeugen die Hälfte der Herstellungskosten auf Elektronik und Software. Für deren Entwicklung sucht die Automotive-Branche deswegen nicht etwa ausschließlich reine Informatiker, sondern auch Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik.

Eingebettete Systeme oder auch Embedded Systems genannt, sind Kleinstcomputer, die Alltagsgeräte wie Handys, Waschmaschinen oder Medizintechnik-Geräte überwachen oder steuern. Bei Autos findet man sie zum Beispiel als Fahrassistenten, die Aufgaben wie Abstands- und Parkregelung übernehmen. Darüber hinaus ist die Datenübertragung bei Smartphones eine weitere Domäne der Informationstechnologie innerhalb der Elektrobranche.

Innovationsstandort Deuschland

Die Elektrobranche entwickelt sich rasant weiter und ist dabei hoch innovativ. Dabei liegt das höchste Innovationspotenzial bei den hervorragend ausgebildeten Elektroingenieuren selbst, denn das hohe Ausbildungsniveau in Deutschland sorgt dafür, dass Elektroingenieure ihr Fachwissen besonders effizient einbringen können. Das höchste Potenzial wird dabei der Energieeffizienz, Smart Grids und Elektromobilität zugeschrieben.

Berufssaussichten für Elektroingenieure

In Deutschland sind momentan 188.000 Ingenieure in der Elektrobranche beschäftigt – Tendenz steigend. Spitzenreiter bei den Beschäftigungszahlen sind die Branchen Automation, elektronische Bauelemente und Energietechnik. Dabei zählen 94 % der Unternehmen zu den kleinen- und mittleren Unternehmen (KMUs) mit weniger als 500 Mitarbeitern.

Als durchschnittliches Einstiegsgehalt kann ein Elektroingenieur mit einem Einkommen von 48.500 € rechnen. Außerdem kann eine Promotion noch mal 25 % mehr Gehalt ausmachen. Bereits nach zwei Berufsjahren steigt das durchschnittliche Jahresbrutto Gehalt auf 64.700 €.  Zudem kann das Einkommen je nach Bundesland und Branche sehr unterschiedlich ausfallen. Demnach verdienen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Elektroingenieure am meisten. Top-Branchen für ein hohes Einkommen sind die Automotive– und Maschinenbau-Branche.

Das Gehalt steigt wie in den meisten Branchen mit Dauer der Betriebszugehörigkeit und langjähriger Berufserfahrung. Elektroingenieure, die auf dem klassischen Weg die Karriereleiter weiter nach oben steigen möchten, sollten allerdings eine Stelle mit Führungsverantwortung anstreben. Folglich können Ingenieure in der Elektroindustrie als Projektmanager oder Teamleiter durchschnittlich 70.000 € brutto im Jahr verdienen. Als Abteilungsleiter sind Gehälter bis 91.000 € und als Bereichsleiter sogar über 110.000 € Jahresbrutto möglich.

Neben den Aufstiegschancen durch Personalverantwortung wird besonders in der Elektrobranche die sogenannte „Expertenkarriere“ immer häufiger. Hier geht es darum, gut ausgebildeten Elektroingenieuren einen Aufstieg und auch höheres Einkommen zu ermöglichen ohne Personalverantwortung zu übernehmen. Die Stärke der Elektroingenieure, die sich für eine Expertenkarriere entscheiden, liegt vor allem im technischen Bereich. Ohne Personalverantwortung fallen viele administrative Aufgaben weg, sodass sich der Elektroingenieur voll und ganz der Weiterentwicklung von elektrotechnischen Produkten und Prozessen widmen kann.

Zukunftsaussichten

Für Elektroingenieure werden sehr gute Jobchancen prognostiziert– und das unabhängig von der Branche. Momentan gehen nämlich mehr Elektroingenieure in Rente, als Fachkräfte nachrücken. Aufgrund des demografischen Wandels prognostiziert der VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik), dass diese bestehende Lücke bis zum Jahr 2020 stetig wächst und infolgedessen angehende Elektroingenieure sehr gute Zukunftsaussichten haben.

Erfolgsfaktoren für Elektroingenieure

  • Begeisterung für den Umgang mit elektronischen Geräten
  • Technisches Verständnis
  • Kreativität
  • Freude am lebenslangen Lernen
  • Fachwissen und interdisziplinäres Wissen
  • Spaß an Problemlösungen

Aufgabenbereiche für Elektroingenieure

  • Automatisierungstechnik
  • Energietechnik
  • Hochspannungstechnik
  • Kommunikationstechnik
  • Mikroelektronik
  • Mikrosystemtechnik
  • Nachrichtentechnik
  • Optoelektronik
  • Robotik
  • Unterhaltungselektronik
  • Branchen für Elektroingenieure
  • Automobilindustrie
  • Chemieindustrie
  • Elektroindustrie
  • Energiewirtschaft
  • Forschungseinrichtungen
  • Ingenieur- und Konstruktionsbüros
  • Lebensmittelindustrie
  • Luft- und Raumfahrtindustrie
  • Telekommunikation
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Medizin- und Mikrosystemtechnik
  • Öffentlicher Dienst
  • Software-Unternehmen
  • Verkehrstechnik und –steuerung