Berufsperspektiven für Geowissenschaftler

Geowissenschaftler bzw. die Geowissenschaften decken fachlich ein sehr breites Spektrum ab, eigentlich alles was sich mit der Erde und ihren Prozessen beschäftigt. Das umfasst verschiedene Teilgebiete, die zwecks Studierbarkeit des umfassenden Lernmaterials unterteilt sind, z. B. in Mineralogie, Hydrogeologie, Sedimentologie, Tektonik, Geophysik, Paläontologie. Interdisziplinär sind sie mehr oder weniger alle, jedoch werden in diesen Teilgebieten verschiedene Methoden und Fähigkeiten vermittelt, was spätestens im M.Sc.-Studium zu einer Spezialisierung führen kann. Diese Spezialrichtungen finden sich teilweise (aber nicht zwingend) in der Berufswelt wieder. 

Beschäftigungsfelder für Geowissenschaftler

Eine Studie des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaften (BDG) besagt, dass 25 % der Geowissenschaftler in geowissenschaftlichen Ingenieurbüros angestellt sind. Im Bereich des öffentlichen Dienstes wie in Ämtern oder Behörden sind weitere 20 % der Geowissenschaftler tätig. In der Forschung und den Hochschulen sind 12 bis 13 % der Geowissenschaftler angestellt. Für die Industrie/Wirtschaft arbeiten 20 %. Ein großer Teil der Geowissenschaftler sind mit 22 % fachfremd tätig.

Eines der eher klassischen Tätigkeitsfelder eines Geowissenschaftlers ist die Prospektion und die Planung des Abbaus von Rohstoffen bei einem Explorationsunternehmen. Besonders innerhalb von Deutschland sind die Stellen für Rohstoffgeologen jedoch begrenzt. Da die Rohstoffpreise steigen, ist jedoch ein wachsender Anteil an Stellenangeboten insbesondere im Ausland zu beobachten.

Aussichten in der Beratung

Ein Großteil der Geowissenschaftler arbeitet als Berater, sowohl in kleineren Beratungsbüros als auch bei großen Konzernen. Das Tätigkeitsspektrum reicht von Baugrundbewertungen über das Einschätzen von Naturrisiken wie Hangrutschungen, Erdbeben, Vulkanismus bis hin zu Fragen der Altlastensanierung. Um in diesem Bereich gute Einstiegschancen zu haben, ist innerhalb der Geowissenschaften eine Spezialisierung schon während des Studiums auf Gebiete wie angewandte Geologie oder Hydrogeologie bzw. Hydrologie von Vorteil. Prinzipiell hängt es von der Branche und der Spezialisierung des Unternehmens ab, welche Fachrichtung gesucht ist.

Weitere Einsatzmöglichkeiten bieten sich an öffentlichen bzw. staatlichen Einrichtungen. Vor allem die geologischen Landesämter und Dienste versprechen hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten für Geowissenschaftler. Es werden alle für das jeweilige Bundesland relevanten geowissenschaftlichen Daten erhoben und aufgearbeitet. Anschließend werden die gesamten Daten ausgewertet, aufbereitet und veröffentlicht, um sie der interessierten Öffentlichkeit aber auch Unternehmen zugänglich zu machen. Die Ämter sind auch für die Festlegung von Richtlinien und Bestimmungen und z.B. Grenzwerten zuständig. Geowissenschaftler in Behörden beschäftigen sich auch mit der Einschätzung von Naturrisiken wie das Risiko von Felsschlägen oder Hangrutschungen. In den Landesämtern und geologischen Diensten sind Geowissenschaftler nahezu aller Fachgebiete der Geowissenschaften vertreten.

Da sich viele Teilbereiche der Geowissenschaften intensiv mit der Grundlagenforschung befassen, ist die Beschäftigung an einer Universität oder einer Forschungseinrichtung ebenfalls ein attraktives Einsatzfeld. Der Karriereweg führt nach dem Studium üblicherweise über eine Doktorarbeit zu einer Postdocstelle. Die Postdoczeit bietet die Möglichkeit, sich wissenschaftlich weiter zu spezialisieren und das eigene Forschungsgebiet aufzubauen. Unbefristete Festanstellungen gibt es zum Teil im universitären Mittelbau und natürlich bei einer Professur. Das Spektrum an möglichen Forschungsfeldern ist sehr weit gefächert. Es reicht von neuen Methoden der Altlastensa­nierung bis zu Untersuchungen im Bereich des Vulkanismus.

Internationale Perspektiven

Gut ausgebildete Rohstoffgeologen sind deshalb gefragte Fachkräfte. Besteht also der Wunsch in diesem Sektor Fuß zu fassen, ist eine gute lagerstättenkundliche Ausbildung erforderlich. Die Bereitschaft zu internationalen Reisen ist unabdingbar, da die meisten Rohstoffe nicht mehr in Deutschland oder Europa abgebaut werden. Für Geologen, die an einer internationalen Karriere interessiert sind, bietet die Rohstoffbranche also spannende Perspektiven. Schon während des Studiums und auch später im beruflichen Alltag kann eine hohe Reisebereitschaft gefordert sein.

Spannende Arbeitgeber für Geowissenschaftler in der Industrie sind Unternehmen, die sich mit Rohstoffen aller Art (fossil, mineralisch, Wasser) befassen. Weitere interessante Stellenangeboten mit guten Karriereperspektiven bieten sich im Bereich des Umweltschutzes.

Zukunftsbranche

Aufgrund der Interdisziplinarität sind viele Geowissenschaftler fachfremd beschäftigt. Die Geowissenschaften decken ein sehr breites Spektrum der Naturwissenschaften ab. Abhängig von der jeweiligen Spezialisierung können die Berührungspunkte mit den Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften mehr oder weniger intensiv sein. Geowissenschaftler sind deshalb in sehr vielfältigen Feldern tätig. Oft werden im Rahmen von Modellierungen während des Studiums eine oder mehrere Programmiersprachen erlernt. Gepaart mit einem grundsätzlichen naturwissenschaftlichem und technischem Verständnis sind Geowissenschaftler daher auch in der IT und Softwareentwicklung für viele Unternehmen attraktiv. Berufliche Perspektiven bieten sich auch in der Entwicklung und Anwendung der instrumentellen (chemischen) Analytik.

Berufsaussichten für Geowissenschaftler

Die Berufsaussichten für Geowissenschaftler sehen sehr vielversprechend aus. Aufgrund des steigenden Rohstoffbedarfs und der immer stärker werdenden Rolle von Fragen des Umweltschutzes und erneuerbarer Energien werden diese auch kontinuierlich besser. Absolventen im Bereich der Geowissenschaften stehen vor einer breiten Palette von beruflichen Perspektiven. Dabei können Sie mit der Wahl der Hochschule, der Durchführung von Praktika und einer entsprechenden Ausrichtung des Studiums frühzeitig die Weichen für ihren Karriereweg legen!