Fahrzeugtechnik: Die Automobilbranche

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Auto ModellDie deutschen Automobilhersteller haben 2014 insgesamt fast 15 Millionen Pkws produziert, davon über 9 Millionen an ausländischen Standorten. Und auch im Inland konnten sie die Pkw-Produktion erhöhen – auf 5,6 Millionen Fahrzeuge. Eine wichtige Grundlage für diesen
Erfolg ist die hohe Innovationsgeschwindigkeit: Pro Jahr investieren die deutschen Automobilhersteller und Zulieferer weltweit über 30 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Im April 2015 zählten die Betriebe der Automobilindustrie am Standort Deutschland 785.100 Beschäftigte zu ihren Stammbelegschaften.

Die deutsche Automobilindustrie leistet ein Drittel der gesamten industriellen Forschungsinvestitionen in Deutschland. Die Ergebnisse dieser großen Anstrengungen sind messbar: Autos benötigen immer weniger Kraftstoff; entsprechend gehen auch die CO2-Emissionen zurück.

In den vergangenen fünf Jahren haben die in Deutschland neu zugelassenen Pkws deutscher Konzernmarken ihren durchschnittlichen CO2-Ausstoß um über 15 Prozent auf 133 Gramm reduziert. Sie verbrauchen heute rund ein Viertel weniger Kraftstoff als noch im Jahr 2006. Seitdem ist der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch von 7,1 l/100 km auf 5,4 l/100 km gesunken. Die deutsche Automobilindustrie ist damit in diesem Bereich Vorreiter beim Klimaschutz. Diese Entwicklung wurde vor allem mit optimierten Verbrennungsmotoren erreicht. Die künftigen, noch wesentlich anspruchsvolleren CO2-Vorgaben der EU können jedoch nur erfüllt werden, wenn ein großer Anteil der neu zugelassenen Pkws über alternative Antriebe verfügt – zum Beispiel über einen Elektroantrieb.

Innovationen in der Automobilbranche

Bei der Elektromobilität hat Deutschland das Ziel der Leitanbieterschaft erreicht. 2014 kamen 17 Serienmodelle auf den Markt; 2015 wird das Angebot um weitere zwölf Elektroautos erweitert. Doch Leitmarkt ist Deutschland noch nicht. Zwar haben die Verkäufe 2014 um rund 70 Prozent zugelegt, doch die absoluten Stückzahlen sind noch gering. Um das für das Ende des Jahrzehnts anvisierte Ziel von einer Million Fahrzeugen zu erreichen, muss Deutschland jetzt kräftig Gas geben.Fahrzeugtechnik

Ein ganz wesentlicher Innovationstreiber ist das vernetzte und automatisierte Fahren. Es geht um die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung, den Verkehr der Zukunft sicher und effizient zu gestalten. Die deutsche Automobilindustrie entwickelt Lösungen für unterschiedlichste Fahrerassistenzsysteme – einige sind bereits im Einsatz. Die Systeme tragen zur Fahrzeugsicherheit bei und helfen dabei, die Fahraufgaben zu bewältigen, der Fahrer wird entlastet.

So umfassend die Modellvielfalt ist, die die deutsche Automobilindustrie anbietet, so breit ist das Aufgabenspektrum, das diese Schlüsselbranche zu bewältigen hat. Deshalb sucht die Automobilindustrie die besten Nachwuchskräfte. Denn eines ist klar: Der Wunsch der Menschen nach individueller Mobilität, nach dem eigenen Auto, ist ungebrochen.

Hersteller, Zulieferer und mittelständische Entwicklungspartner als Arbeitgeber

Berufseinsteiger sollten ihr Augenmerk nicht nur auf die großen Hersteller richten. Zulieferer und mittelständische Entwicklungspartner sind für drei Viertel der Wertschöpfung am Automobil verantwortlich. Im April 2015 waren bei den deutschen Zulieferunternehmen 298.700 Mitarbeiter beschäftigt. In den meist mittelständisch geprägten Unternehmen können Berufseinsteiger schneller Verantwortung übernehmen als in großen Unternehmensstrukturen.

Hier wie dort sind sowohl Absolventen klassischer Studien- und Ausbildungsgänge gefragt – beispielsweise aus dem Bereich Maschinenbau, Mechatronik, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik und Physik aber auch aus Querschnittsfeldern wie der Elektrochemie und Materialwissenschaften.

Je nach Ausbildung gibt es für Ingenieure die Möglichkeit des Direkteinstiegs zur Bearbeitung von Sachthemen oder aber den Start als Trainee mit Tätigkeiten in unterschiedlichen Unternehmensbereichen wie Forschung, Entwicklung oder Testing bei Herstellern und Zulieferern.

Die Aufgaben für die jungen Ingenieure sind vielfältig: Angefangen bei der Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben mit den Schwerpunkten Regelelektronik, Antrieb, Fahrwerk, Komfort oder Sicherheit bis hin zur Mitarbeit im Bereich Computersimulation. Absolventen können sich aber auch bei Prüfstandversuchen im Labor oder auf der Teststrecke einbringen. Die Bandbreite von Möglichkeiten ist riesig.

Flexibilität, Weltoffenheit, sehr gute Englisch-Kenntnisse und die Bereitschaft, neue Aufgaben zu übernehmen, sind von großer Bedeutung. Der Ingenieur von morgen muss auch Managementfähigkeiten besitzen und ein Teamplayer sein. Junge Mitarbeiter sollten natürlich auch Neugier, Engagement und Leidenschaft für die Automobilindustrie mitbringen.

Gesucht werden Absolventen mit umfassenden fachlichen Grundlagen und zielgerichteten Vertiefungsrichtungen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie zum Beispiel Fahrdynamik oder Crashsicherheit. Zielgerichtete Praktika und Bachelor- oder Masterarbeiten sind ein hervorragendes Instrument dafür.

Quelle: VDA
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