Produktmanagement Sensorik – Erfahrungsbericht

Bevor meiner Karriere im Produktmanagement hat alles mit meiner Elektrikerlehre angefangen. Start war das Handwerk, aber ob ich wirklich da bleiben wollte oder doch lieber in die Industrie gehen würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich eben nicht als Techniker arbeiten würde.

Nachdem ich mich durch weitere Zusatzqualifikationen als staatlich geprüften Techniker bezeichnen durfte, bin ich in den Produkt-Support in der Branche Sensortechnik gewechselt. Nach nur zwei Jahren im Job ging es für mich aber im Produktmanagement weiter, wo ich bis heute glücklich bin.

Freude an Kommunikation und den Willen über den Rand seiner ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Ausbildung zu schauen sind die Erfolgsfaktoren für einen Einstieg ins Produktmanagement.

Als Schnittstelle zwischen Entwicklung, Marketing und Geschäftsführung war es für mich mit technischen Ausbildungshintergrund immer wichtig, alles zu verstehen, um Einblicke in die Welt der Betriebswirtschaft zu erlangen. Vieles ist dabei auch learning-by-doing. Produktmanager sollten also keine Angst vor Neuem haben, sondern vielmehr die Chance sehen, interdisziplinär erfolgreich zu werden.

Jeder Tag ein neuer Tag im Produktmanagement

Kommunikation im Job ist ein essenzieller Bestandteil des Tagesgeschäfts. Morgens bespreche ich beispielsweise mit der Entwicklung, welche Features verbaut werden sollen, auch in Hinsicht auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Telefonkonferenzen mit internationalen Standorten gehören ebenso zu meinen Aufgaben, wie zukünftige Investitionen mit der Geschäftsführung zu besprechen und die Planung für das Produkt voranzutreiben.

In meinem Job kommen auch noch einige Dienstreisen hinzu. Des Öfteren sind wir international unterwegs, um unseren Vertriebspartnern Workshops und Schulungen anzubieten. Das setzt natürlich wieder andere Fähigkeiten – Stichwort Fremdsprachen – voraus, bietet jedoch auch sehr viel Abwechslung.

Arbeit mit Produkten

In der Karriere als Produktmanager besteht die einzigartige Möglichkeit, mit verschiedensten Produkten zu arbeiten. Unsere Branche ist zwar im Bereich der Sensorik zu Hause, aber deren Vielfalt lernt man schnell zu schätzen. Sensoren werden in den unterschiedlichsten Branchen eingesetzt, wodurch sogar ein einfacher Temperatur- oder Drucksensor so eingesetzt werden kann, dass der Zweck ein komplett anderer ist. Spannend sind hierbei auch Innovationen. Die Automotive-Branche gewinnt immer mehr Interesse an kapazitiver Sensorik. Sei es bei Touchscreens oder zum berührungslosen Öffnen der Heckklappe.

Vom Anfang bis zum Ende

Die Faszination in meinem Job im Produktmanagement ist das Erleben und Wissen, dass ich etwas bewegen kann. Von der Entwicklung bis hin zur Ablösung durch ein Nachfolgermodell – das Produkt wächst wie ein Kind heran und ich kann den Weg des Produktes unmittelbar beeinflussen. Diese Verantwortung ist letztendlich auch die große Herausforderung. Denn wenn die Zahlen nicht stimmen, muss herausgefunden werden, wo der Fehler liegt und wie dieser gelöst werden kann. Als kommunikationsfähiger Mensch stehe ich für meine Arbeit ein und freue mich täglich die Verantwortung wahrnehmen zu dürfen. Die Diskussionen in den Abteilungen und die Abwägung den richtigen Weg für das Produkt zu wählen, sind für mich Beweggründe, die mich in diesen Job gebracht haben.

Auch in der Karriere nicht am Ende

Oftmals gilt der Weg des Produktmanagers im Job als Einbahnstraße. Doch es gibt so viele Entwicklungsmöglichkeiten durch die Kontakte die man als Produktmanager unterhält, dass es definitiv keine Einbahnstraße ist. Einerseits ist es möglich zum Gruppenleiter aufzusteigen, andererseits auch in den Vertrieb, ins Marketing oder je nach Wissen und Erfahrung auch in die Entwicklung zu wechseln. Wer hingegen eher mit Zahlen umgehen kann, hat sogar die Möglichkeit, in das Controlling zu wechseln.

Der Produktmanager ist allerdings nicht als kurze, zu vernachlässigende Zwischenstation auf der Karriereleiter zu sehen. Um wirklich Erfahrung und Wissen zu besitzen, reicht es nicht, zwei Jahre ein Produkt zu managen. Vielmehr gehören verschiedene Produkte, Erfolge und Misserfolge zum Job. Auch durch Veränderungen in den Branchen bieten sich ständig Lernprozesse.
Dasselbe gilt natürlich auch für den Weg in das Produktmanagement. Wer in der Entwicklung merkt, dass er mehr Einfluss haben möchte und eine gute Kommunikationsfähigkeit aufweist, kann problemlos in das Produktmanagement wechseln.

Wege im Produktmanagement

Es gibt überall Vor- und Nachteile. Zu schätzen gelernt, habe ich besonders die Arbeit in zweiter Reihe. Während einer Produkteinführung am Anfang meiner Karriere hat sich ein erfahrener Produktmanager nach vorne gestellt und mir den Rücken freigehalten, damit ich mich auf meine Arbeit konzentrieren konnte, während er Fragen beantwortete und mit Kritik und Tadel umgegangen ist.

Insgesamt konnte ich das notwendige Know-how im Bereich Betriebswirtschaft erlernen. Neben dem Weg, den ich ins Produktmanagement genommen habe, sehe ich ein Studium im Wirtschaftsingenieurwesen als solide Grundlage. Wirtschaftsingenieure kommen mit einer gewissen Affinität zu Zahlen aus dem Studium, können aber insbesondere auch technische Daten einschätzen und deuten.

Wer behauptet, wer nichts könne, würde BWL studieren, sollte sich an das Sprichwort „Wer nichts wird, wird Wirt“ erinnern. Wenn der Wirt nur Bier zapfen könnte, wäre er noch kein guter Wirt. Es gehört mehr zur Betriebswirtschaft und genauso zum Produktmanagement. Kommunikation ist eines der wichtigsten Mittel und das technische Know-how ist, besonders in einer Branche wie der Sensorik, essenziell.

Erfolgsfaktoren für Produktmanager in der Sensorik:

  • Technisches Know-how
  • Produktkenntnisse
  • Marketingkenntnisse
  • Betriebswirtschaftliches Know-How
  • Reisebereitschaft
  • Hervorragende Kommunikationsfähigkeit
  • Sehr gute Fremdsprachenkenntnisse