Honorar
Ein Honorar ist eine Vergütung für eine berufliche Leistung, die meist von Selbstständigen, Freiberuflern oder externen Dienstleistern erbracht wird. Es wird in der Regel frei vereinbart und nicht nach festen Lohn- oder Gehaltstabellen gezahlt. Die Abrechnung erfolgt häufig pro Auftrag, Stunde oder Projekt und nicht im Rahmen eines festen Arbeitsverhältnisses.
Inhalt
Was ist ein Honorar?
Ein Honorar ist eine Bezahlung für eine konkrete Leistung, die jemand selbstständig oder freiberuflich erbringt. Es wird nicht monatlich als festes Gehalt gezahlt, sondern für einen einzelnen Auftrag oder eine klar definierte Aufgabe. Ein Honorar wird vorab vereinbart und kann sich nach Zeit, Aufwand oder Ergebnis richten. Typisch ist, dass der Auftragnehmer eine Rechnung stellt und kein Arbeitsvertrag besteht. Sozialabgaben wie Krankenversicherung oder Rentenversicherung werden nicht automatisch abgeführt. Diese Kosten müssen selbst organisiert und bezahlt werden. Ein Honorar ist vor allem in Berufen wie Beratung, Unterricht, Medizin oder kreativen Tätigkeiten üblich. Es steht immer in direktem Zusammenhang mit der erbrachten Leistung. Ohne Leistung gibt es kein Honorar. Deshalb unterscheidet es sich deutlich von einem festen Einkommen aus einer Anstellung.
Unterschied Gehalt vs. Honorar
Der Unterschied zwischen Gehalt und Honorar liegt vor allem in der Art der Arbeit und der Bezahlung. Ein Gehalt erhält man als Angestellter regelmäßig, meist monatlich und unabhängig von einzelnen Aufgaben. Ein Honorar bekommt man für eine konkrete Leistung oder einen bestimmten Auftrag. Beim Gehalt kümmert sich der Arbeitgeber um Steuern und Sozialabgaben. Beim Honorar muss man sich selbst um Steuern, Versicherungen und die Abrechnung kümmern. Ein Gehalt bietet Planungssicherheit durch feste Einnahmen. Ein Honorar kann höher ausfallen, schwankt aber je nach Aufträgen. Wer ein Honorar erhält, arbeitet in der Regel selbstständig. Wer ein Gehalt erhält, steht in einem festen Arbeitsverhältnis.
| Merkmal | Gehalt | Honorar |
|---|---|---|
| Art der Tätigkeit | Angestellte Arbeit | Selbstständige oder freiberufliche Arbeit |
| Auszahlung | Regelmäßig, meist monatlich | Pro Auftrag oder Leistung |
| Vertrag | Arbeitsvertrag | Honorarvereinbarung oder Auftrag |
| Abrechnung | Lohnabrechnung durch Arbeitgeber | Rechnung durch den Auftragnehmer |
| Steuern und Abgaben | Werden automatisch abgeführt | Müssen selbst gezahlt werden |
| Einkommenssicherheit | Hoch | Abhängig von Aufträgen |
| Zusammenhang mit Leistung | Nicht direkt | Direkt an die Leistung gebunden |
Arbeiten auf Honorarbasis
Arbeiten auf Honorarbasis bedeutet, dass man selbstständig für einzelne Aufträge bezahlt wird. Es gibt keinen festen Arbeitsvertrag und kein monatliches Gehalt. Stattdessen wird für jede Leistung ein Honorar vereinbart. Wer auf Honorarbasis arbeitet, entscheidet meist selbst über Arbeitszeit, Ort und Preis. Typisch ist diese Form der Arbeit bei Beratern, Dozenten, Ärzten, Trainern oder freien Dienstleistern. Nach Abschluss der Arbeit wird eine Rechnung gestellt und das Honorar ausgezahlt. Steuern und Versicherungen müssen selbst organisiert und bezahlt werden. Dafür besteht oft mehr Freiheit bei der Auswahl der Aufträge. Gleichzeitig hängt das Einkommen davon ab, wie viele Aufträge vorhanden sind. Arbeiten auf Honorarbasis eignen sich daher vor allem für Personen, die flexibel arbeiten möchten und Verantwortung für ihre Einnahmen übernehmen können.
Merkmale eines Honorars
Ein Honorar hat klare Eigenschaften, die es von anderen Vergütungsformen unterscheiden.
- Ein Honorar wird für eine konkrete Leistung gezahlt und nicht pauschal für eine Anwesenheit.
- Die Höhe des Honorars wird frei vereinbart und ist nicht gesetzlich festgelegt.
- Ein Honorar wird in der Regel von Selbstständigen oder Freiberuflern verlangt.
- Die Abrechnung erfolgt über eine Rechnung und nicht über eine Lohnabrechnung.
- Steuern und Sozialabgaben werden nicht automatisch abgezogen, sondern selbst gezahlt.
- Ein Honorar ist direkt an den Auftrag gebunden und endet mit dessen Abschluss.
- Es besteht kein Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung oder Kündigungsschutz.
- Ohne erbrachte Leistung entsteht kein Anspruch auf ein Honorar.
Beispiele für Honorare
Honorare kommen in vielen Berufen vor und werden je nach Tätigkeit unterschiedlich berechnet. Ein freier Berater erhält zum Beispiel ein Honorar für eine Strategieberatung, das sich nach Stunden oder nach dem gesamten Projekt richtet. Ein Dozent bekommt ein Honorar pro Unterrichtseinheit oder pro Seminartag. Ärzte rechnen bestimmte Leistungen auf Honorarbasis ab, wenn diese nicht über die Krankenkasse laufen. Ein Fotograf erhält ein Honorar für ein Fotoshooting inklusive der Nutzungsrechte an den Bildern. Ein IT-Experte wird oft nach Stunden bezahlt, wenn er ein System einrichtet oder Probleme löst. Journalisten bekommen ein Honorar pro Artikel oder Beitrag. Auch Trainer oder Coaches arbeiten häufig auf Honorarbasis und vereinbaren einen festen Betrag pro Termin. Diese Beispiele zeigen, dass ein Honorar immer an eine klar definierte Leistung gekoppelt ist.
Unterschied zwischen Honorar und Provision
Der Unterschied zwischen Honorar und Provision liegt in der Art der Bezahlung und im Auslöser der Vergütung. Ein Honorar wird für eine konkrete Leistung gezahlt, zum Beispiel für Beratung, Unterricht oder eine fertige Arbeit. Die Zahlung erfolgt unabhängig davon, ob ein Verkauf oder ein Abschluss zustande kommt. Eine Provision wird nur gezahlt, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht wird, meist ein Verkauf oder Vertragsabschluss. Ohne Erfolg gibt es keine Provision. Ein Honorar ist planbarer, weil es vorab vereinbart wird. Eine Provision ist erfolgsabhängig und kann stark schwanken. Beide Vergütungsformen kommen häufig in selbstständigen Tätigkeiten vor, erfüllen aber unterschiedliche Zwecke.
| Merkmal | Honorar | Provision |
|---|---|---|
| Grundlage der Zahlung | Erbrachte Leistung | Erreichter Erfolg |
| Abhängigkeit vom Ergebnis | Unabhängigkeit vom Verkauf | Nur bei Abschluss oder Verkauf |
| Planbarkeit des Einkommens | Hoch | Niedrig bis schwankend |
| Typische Tätigkeiten | Beratung, Lehre, Kreativarbeit | Vertrieb, Verkauf, Vermittlung |
| Zeitpunkt der Zahlung | Nach Leistungserbringung | Nach erfolgreichem Abschluss |
| Risiko für den Auftragnehmer | Geringer | Höher |
Vorteile eines Honorars
Ein Honorar bietet mehrere Vorteile, vor allem für selbstständig tätige Personen. Der größte Vorteil ist die freie Vereinbarung der Vergütung, da der Preis an Aufwand, Erfahrung und Leistung angepasst werden kann. Ein Honorar ermöglicht oft ein höheres Einkommen pro Auftrag als ein festes Gehalt. Die Arbeit kann flexibler gestaltet werden, da es meist keine festen Arbeitszeiten gibt. Auftragnehmer können selbst entscheiden, welche Projekte sie annehmen. Ein Honorar schafft eine klare Verbindung zwischen Leistung und Bezahlung. Nach Abschluss eines Auftrags ist die Vergütung eindeutig geregelt. Es besteht keine langfristige Bindung an einen Arbeitgeber. Dadurch können Erfahrungen in verschiedenen Projekten und Branchen gesammelt werden. Für viele bedeutet Arbeiten auf Honorarbasis mehr Selbstbestimmung im Berufsalltag.
Nachteile eines Honorars
Ein Honorar bringt auch Nachteile mit sich, die man kennen sollte. Das Einkommen ist oft unregelmäßig und hängt von der Anzahl der Aufträge ab. Es gibt keine feste monatliche Zahlung wie bei einem Gehalt. Steuern und Versicherungen müssen selbst organisiert und bezahlt werden. Ansprüche auf Urlaub, Krankengeld oder Lohnfortzahlung bestehen nicht. Auch die Absicherung für das Alter liegt in der eigenen Verantwortung. In Phasen ohne Aufträge gibt es kein Einkommen. Zudem kann der Verwaltungsaufwand durch Rechnungen und Steuererklärungen hoch sein. Auftragnehmer tragen das volle wirtschaftliche Risiko. Arbeiten auf Honorarbasis erfordert daher eine gute Planung und finanzielle Rücklagen.
Honorar und Steuer
Wer Honorar bekommt, erzielt in der Regel Einkünfte aus selbstständiger Arbeit oder aus Gewerbebetrieb und muss diese in der Steuererklärung angeben. Steuerfrei bleibt ein Honorar nur in klaren Fällen, zum Beispiel wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag liegt oder wenn ein spezieller Freibetrag wie die Übungsleiterpauschale greift. Für die meisten Honorarjobs gilt: Du stellst Rechnungen, dokumentierst deine Einnahmen und Ausgaben und zahlst je nach Fall Einkommensteuer, eventuell Umsatzsteuer und oft auch Vorauszahlungen. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro für Alleinstehende und wird jedes Jahr angepasst.
Welche Steuerarten bei Honoraren wichtig sind
Bei Honorar-Einnahmen geht es vor allem um die Einkommensteuer. Hier zählt nicht der Umsatz, sondern am Ende der Gewinn, also Einnahmen minus Ausgaben. Je höher dein Gewinn ist, desto höher fällt in der Regel die Steuer aus.
Zusätzlich kann Umsatzsteuer eine Rolle spielen. Das betrifft nicht deinen Gewinn, sondern deine Rechnungen. Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, musst du Umsatzsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen. Wenn du die Kleinunternehmerregelung nutzen kannst, stellst du Rechnungen ohne Umsatzsteuer, musst dann aber auch keine Umsatzsteuer abführen. Für 2026 gelten dafür die Grenzen von 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Jahr.
Ob Gewerbesteuer relevant ist, hängt davon ab, ob du freiberuflich oder gewerblich tätig bist. Viele klassische Honorartätigkeiten wie Beratung in bestimmten Bereichen, Unterricht, journalistische Arbeit oder künstlerische Leistungen können freiberuflich sein. Andere Tätigkeiten gelten als gewerblich. Im Zweifel hilft hier Steuerberatung, weil die Einordnung viel ausmachen kann.
