Digitalisierung schafft neue Jobs für IT-Experten

Digitale Technologien sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Sie gehören für Millionen von Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Sie verändern unsere Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeitswelt. Einige Jobprofile wird es schon in wenigen Jahren nicht mehr geben, auf der anderen Seite entstehen eine Vielzahl neuer Tätigkeiten und bestehende Jobs verändern sich. In Zukunft wird kaum noch eine Branche existieren, die ohne Informatik-Know-How auskommt. Im Auto steckt schon heute so viel Software, dass man in der Automobilbranche immer mehr IT-Experten sucht. Die digitale Transformation wird letztlich dazu führen, dass alle Branchen – von der Fertigung über Banken und Versicherungen bis zum Gesundheitswesen – auf IT-Spezialisten angewiesen sind. Für IT-Absolventen bieten sich also mittlerweile Arbeitgeber aller Branchen an. Für viele ist es beispielsweise attraktiv, bei einem Anwenderunternehmen einzusteigen und die Digitalisierung in der Logistik, im Energiesektor oder eben bei einem Automobilhersteller aktiv mitzugestalten.

Der Mangel an IT-Fachkräften hat mit rund 82.000 offenen Stellen einen neuen Höchststand erreicht. Die digitale Transformation praktisch aller Branchen in Deutschland führt dazu, dass die Nachfrage nach IT-Experten noch weiter steigen wird. Davon profitieren gut ausgebildete IT-Fachkräfte, die in der Regel zwischen mehreren attraktiven Jobangeboten wählen können. Software-Entwickler werden derzeit am stärksten gesucht. Drei von zehn Unternehmen aller Branchen mit mindestens einer offenen IT-Stelle suchen Programmierer (29 %), wie die jüngste Bitkom-Studie zum Fachkräftemangel ergab. Außerdem gefragt sind Projektmanager (17 %) sowie Anwendungsbetreuer (13 %). Danach folgen Qualitätsmanager (9 %) und IT-Sicherheitsexperten (8 %), die immer häufiger nachgefragt werden.

Branchentrends für IT-Experten durch Digitalisierung

Die zunehmende Verschmelzung klassischer Branchen mit Informationstechnologie führt auch dazu, dass ganz neue Tätigkeitsprofile entstehen. Wer hätte vor wenigen Jahren gedacht, dass heute in den Unternehmen Data Scientists, VR-Developer, Ingenieure für Künstliche Intelligenz oder Software-Entwickler für autonomes Fahren gesucht werden? Damit ist auch das Image vom cola-trinkenden Nerd im dunklen Keller ade: IT-Experten müssen in Zukunft vielmehr neben fachlichem Know-how ein hohes Maß an Kreativität, Team- und Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Die Fähigkeit, sich ständig auf neue Technologien einzustellen und sich in kurzer Zeit in neue Bereiche und Anwendungsgebiete einzuarbeiten, gehört zum Alltag eines IT-Experten.

In der Vergangenheit hat die IT-Branche gute Chancen für Quereinsteiger geboten. Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung gab es immer wieder IT-Begeisterte, die sich in bestimmten Bereichen auch ohne vorheriges IT-Studium Kenntnisse angeeignet hatten und damit hochinteressant waren. Heute ist bei den ITK-Unternehmen rund jede vierte IT-Fachkraft ein Quereinsteiger. Aber diese Zahl wird bis 2020 voraussichtlich auf 11 % sinken. Das bedeutet, dass praktisch keine neuen Quereinsteiger eingestellt werden. Gleichzeitig soll der Anteil der Beschäftigten mit einem IT-Hochschulabschluss von 25 auf 35 % steigen. Diese Zahlen zeigen: Die ITK-Branche professionalisiert und spezialisiert sich weiter und bietet Absolventen beste Berufschancen. Gesucht werden Experten mit einer soliden Ausbildung, die Expertise bei technologischen Trends wie Big Data oder Industrie 4.0 mitbringen.

Ein Studium der Informatik kann also zahlreiche interessante Jobmöglichkeiten eröffnen. Ob als Software-Entwickler, Data Scientist, IT-Sicherheitsexperte, IT-Berater oder Machine Learning Engineer. Zugleich führt die schnelle Entwicklung in der Digitalbranche dazu, dass sich innerhalb von wenigen Jahren völlig neue Berufsbilder ergeben können. Das bedeutet für Studierende vor allem die Bereitschaft, ständig dazuzulernen und sich selbst weiterzuentwickeln. Für IT-Experten bedeutet dies, dass für sie eine aussichtsreiche Zukunft bevorsteht.

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Juliane Petrich

Bereichsleiterin Bildungspolitik und Arbeitsmarkt